Mehr Defizit als die Lipizzaner
Jörg Haider muss sich einigen Vergleichen stellen. Sonntag Duell mit HC Strache in Graz. Regierung gibt sich ignorant.
Die Lipizzaner haben eine mehr als 430-jährige Geschichte und ein Defizit von 1,9 Millionen Euro. So viel zusätzlichen Geldbedarf hat der Fußballklub SK Austria Kärnten schon nach einem halben Jahr Spielbetrieb. Die Diskussion um die von SK-Präsident Mario Canori geforderte Finanzspritze von zwei Millionen Euro vermittelte mitunter den Eindruck, als handle sich um eine Kleinigkeit und bei jenen, die das Wunschprogramm zu hinterfragen wagten, um Kleingeister. Keineswegs! Für zwei Millionen Euro müssen sich 20.000 sozial schwächere Kärntner derzeit um den von Landeshauptmann Jörg Haider initiierten Teuerungsausgleich in Höhe von 100 Euro anstellen.
Umfragen. Einem anderen Vergleich stellt sich Haider heute in Graz. Da finden zeitgleich die Neujahrstreffen von FPÖ und BZÖ statt. Aus Anlass der nächsten Sonntag stattfindenden Gemeinderatswahlen haben beide Parteien die steirische Landeshauptstadt als Schauplatz für ihre traditionellen Parteiveranstaltungen erkoren. Bei den Umfragen haben die Blauen einen riesigen Vorsprung vor den Orangen. Man darf gespannt sein, wer mehr Zuhörer anlockt - BZÖ-Chef Peter Westenthaler und Haider oder FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.
15.000 sollen es sein. Einen Vergleichskampf mit Haider hat Strache bereits für sich entschieden - den um Unterschriften gegen den EU-Reformvertrag. Die FPÖ hat bundesweit mehr als 150.000 gesammelt. Über 15.000 sollen es in Kärnten sein, sagt Landeschef Franz Schwager. So viel bräuchte das BZÖ Kärnten, damit sich die Landeswahlbehörde mit der Forderung nach einer EU-Volksbefragung auseinander setzen muss. Obwohl die Werbekampagne seit zwei Monaten läuft, haben Haider & Co. die Unterschriften noch nicht beisammen. Im Unterschied zur FPÖ muss man für das BZÖ auf dem Gemeindeamt unterschreiben. Dieser Weg erfordert schon besondere Überzeugung.
Armutszeugnis. Der Weg von Klagenfurt nach Oberkärnten würde nur guten Willen erfordern. Der scheint bei der Landesspitze nicht sehr ausgeprägt. Zum ersten Gottesdienst des neuen evangelischen Bischofs Michael Bünker kam kein Regierungsmitglied nach Trebesing. Zum 25-Jahr-Bürgermeister-Jubiläum von Vinzenz Rauscher fand nur Landesrat Reinhart Rohr den Weg nach Hermagor. Ein Armutszeugnis für das offizielle Kärnten!











