Hund geriet in Falle: Frauerl angezeigt
Angeleinter Hund in Falle schwer verletzt. Frauchen ließ Fangeisen aufschneiden. Jäger droht nun mit einem Prozess.
Meine Hündin war an der Auslaufleine. Nahe dem Ort Weitensfeld in Liebenfels geriet Sally bei einem Spaziergang in eine Schwanenhalsfalle. Es war schrecklich. Der Hund röchelte und japste. Ich konnte die Falle nicht öffnen. Erst ein telefonisch herbeigerufener Bekannter konnte das Tier mit einer Rohrzange befreien. Sally hat überlebt, leidet aber an verletzten Stimmbändern und einer verengten Luftröhre", schildert die Micheldorferin Barbara Engl einen Vorfall vom 15. Dezember.
Genehmigungspflichtig. Mittlerweile ermittelt die Polizeiinspektion Liebenfels in dem Fall, denn: "Fallen dieser Art müssen genehmigt sein. Ich habe die Falle mitgenommen, weil sie keine Nummer hat", sagt Engl.
Verfahren läuft. Der zuständige Fallensteller und Aufsichtsjäger Walter Ruttnig weist diesen Vorwurf zurück. "Die Falle wurde zerstört. Das Teil, auf dem die Nummer eingeschlagen war, fehlt, weil die Falle aufgebrochen worden ist. Meine Anzeige wegen Diebstahls wurde von der Polizei aber in Sachbeschädigung umgewandelt. Das Verfahren läuft."
"Warntafeln waren aufgestellt". Bezirksjägermeister Hans Drescher will zum laufenden Verfahren nichts sagen, stellt aber fest: "Wenn ein Hund in eine Falle gerät, ist für die Öffentlichkeit immer der Fallensteller schuld, nie der Hundehalter. Auch wenn der Hund an der Leine war: Warntafeln waren aufgestellt, und es ist auch zu prüfen, ob Frau Engl auf einem Wanderweg oder im freien Gelände unterwegs war."
Tollwutschutz. Von den rund 2700 Jägern des Bezirks St. Veit dürfen 40 Fallen stellen. Sie haben die entsprechende Ausbildung. Auf 100 bis 400 Fänge pro Jahr schätzt Drescher die Erfolgsquote. "So werden Füchse, Marder und Iltisse gejagt. Auch als Tollwutschutz ist diese Art der Jagd gerechtfertigt", sagt Drescher. Ruttnig gilt unter Kollegen als besonnen. Er übt die Fallenjagd seit 40 Jahren aus.
Gefahr für Kinder. Sally war der zweite Hund, der in eine seiner Fallen tappte. Barbara Engl, die selbst aus einer Jägerfamilie stammt, geht jetzt an die Öffentlichkeit, um wachzurütteln: "Wäre ein Kind in die Falle geraten, wäre es schwer verletzt worden."











