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Zuletzt aktualisiert: 27.12.2007 um 23:49 Uhr

"Wer Frauen ignoriert, verspielt"

Die Amazonen der Medienmacht in den USA: Immer mehr Firmen werden von Frauen geführt. Jetzt richten sich eigene Magazine nur an Geschäftsfrauen.

Talk-Queen Oprah Winfrey ist nur eine der erfolgreichen Karrierefrauen in den USA

Foto © APTalk-Queen Oprah Winfrey ist nur eine der erfolgreichen Karrierefrauen in den USA

Sie musste immer die Nachtschichten machen. Weil sie die einzige Frau beim lokalen TV-Sender in Atlanta war, und weil die Männer sofort die Tagschichten auf dem Dienstplan belegten. "Aber vor allem, weil ich mich nicht gewehrt habe", sagt Cynthia Good. Das ärgert sie heute noch ein bisschen. Aber nur ein bisschen. Denn Cynthia Good ist schon lange an den Männern vom Lokalfernsehen vorbeigezogen. Sie ist die Gründerin und Chefredakteurin des PINK Magazine, dem ersten überregionalen Wirtschaftsmagazin für Frauen in den USA.

Magazin für Karrierefrauen. Vor einigen Monaten reisten die Macher des Wirtschaftsblatts "Forbes" aus New York nach Atlanta, luden Good und Verlegerin Genevieve Bos diskret zum Lunch. Mittlerweile hat "Forbes" ein eigenes Magazin für Karrierefrauen entwickelt. Eine Pilotausgabe von "Executive Woman", das eine Mischung aus Lifestyle und Business bietet, ging gerade an den Start. Herausgeberin ist Moira Forbes, Tochter von Verleger Steve Forbes. Cynthia Good und Moira Forbes kennen einander nicht. Nicht persönlich. Aber beide gehören zu jenen Powerfrauen in den US-Medien, deren Zahl und Einfluss immer größer wird.

Herrscherinnen. Da sind zum Beispiel die Ikonen des US-Fernsehens, öffentlich verspottet und heimlich bewundert, knallharte Geschäftsfrauen und Herrscherinnen über Medien-Imperien: Oprah Winfrey, Talkshow-Königin und reichste Frau Amerikas. Ferner Martha Stewart, Vorbild aller Hausfrauen und gefängnisgestählt nach einer Verurteilung wegen Insiderhandels. Oder Ex-Model Tyra Banks, deren Produktionsfirma erfolgreiche Realityshows für das US-Fernsehen liefert. Christie Hefner, Tochter des legendären Hugh Hefner, ist Chefin von Playboy Enterprises.

"Frauen sind Kunden". Cynthia Good findet, dass immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen sind. "Frauen sind Kunden", sagt sie, "85 Prozent aller Kaufentscheidungen, privat wie geschäftlich, werden von Frauen getroffen. Frauen sind eine reale Wirtschaftsmacht. Wer Frauen ignoriert, verspielt Gewinn."

KATJA RIDDERBUSCH, ATLANTA

Frauen an der Macht

Der Einfluss von Frauen in der US-Wirtschaft wächst. Diese Unternehmen werden schon von Frauen geleitet: PepsiCo, Western Union, Xerox, die New York Times Company, Ebay. Rund 50 Prozent des mittleren und höheren Managements in US-Unternehmen sind bereits mit Frauen besetzt.

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