Kleine-Zusteller wurde zum Lebensretter
Pensionist fand am Morgen des Christtags einen Betrunkenen, der verletzt und unterkühlt auf der Straße lag. Er hätte ohne Hilfe nicht überlebt.
Besinnlich und friedlich - das verbindet man gemeinhin mit dem Heiligen Abend. In einem Grafensteiner Haushalt kippte die Stimmung irgendwann um. Wohl nicht zuletzt, weil laut Polizei beachtliche Mengen Alkohol getrunken wurden.
Heftige Streitereien.
Offenbar wirkte auch die Anwesenheit eines Verwandten aus Innsbruck nicht friedensfördernd. Im Gegenteil: Je später der Abend, desto heftiger die Streitereien. Gegen 2 Uhr früh wurde der 49-jährige Gast aus Tirol des Hauses verwiesen - im Widerspruch zur biblischen Geschichte der Herbergssuche. Der Mann schnappte sich ein vor der Tür abgestelltes Fahrrad. In Haidach kam er zu Sturz. Trotz einer stark blutenden Platzwunde und Abschürfungen schleppte sich der Innsbrucker fünfzig Meter weiter. Dann legte er sich - wohl aufgrund seiner starken Alkoholisierung - einfach auf die Straße. "Bei minus fünf Grad hätte er nicht lange überlebt", sagt ein Polizist.
Schutzengel.
Doch der Innsbrucker hatte einen Schutzengel. Der kam kurz vor fünf Uhr in Person des Kleine Zeitung-Zustellers Erich Jost (67) des Weges. "Ich war lang genug bei der Bergrettung um zu wissen, dass der Mann schnelle Hilfe brauchte." Jost verständigte Polizei und Rettung und achtete darauf, dass sich das Opfer in stabiler Seitenlage befand. Der bereits unterkühlte Innsbrucker verdankt dem Kleine-Zusteller wohl das Leben. Auch wenn Jost abwehrt: "Zu helfen war doch selbstverständlich." Und er zieht daraus eine Lehre: "In Zukunft habe ich immer eine wärmende Alu-Matte im Auto."
Jost appelliert außerdem: "Jeder, der zu solchen Zeiten unterwegs ist, sollte wichtige Telefonnummern parat haben." So wie der Red Mail-Zusteller, der trotzdem wie immer alle Kleine-Abonnenten pünktlich belieferte.











