Besorgnis über wachsende Armut in Österreich
Bundespräsident Fischer beklagte eine wachsende Einkommenskluft. Die Koalitionsparteien verweisen auf Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, die Opposition übt Kritik.

Foto © ORF/Thomas JantzenFischer bei der "Licht ins Dunkel"-Gala des ORF
Die "Licht ins Dunkel"-Spendengala, die am Montag zum
30. Mal im ORF-Fernsehen stattfand, hat rund fünf Millionen Euro
eingebracht. Dies teilte der ORF in der Nacht auf Dienstag in einer
Aussendung mit. Bundespräsident Heinz Fischer hatte sich in der
"Licht ins Dunkel"-Sendung besorgt über zunehmende
Verteilungsprobleme geäußert.
Gehaltsschere.
Auch wenn sich die Volkswirtschaft in Österreich insgesamt
positive entwickle, werde der Abstand zwischen den höchsten und den
niedrigsten Einkommen "eher größer", beklagte der Bundespräsident. In
seinen Wortmeldungen wolle er, Fischer, die Menschen und die Politik
für Sozialpolitik, Humanität und Gerechtigkeit gewinnen.
"Große Ressource".
Kardinal Christoph Schönborn rief zu mehr Engagement jedes
einzelnen im Kampf gegen die Armut auf. "Die Politik kann nicht alles
machen", so der Erzbischof in "Licht ins Dunkel". Der Staat müsse das
Grundnetz sichern. Es müsse aber auch jeder einzelne auf seinen
Nächsten schauen. Das Ehrenamt bezeichnete Schönborn als "große
Ressource".
Besorgnis.
Vertreter der fünf Parlamentsparteien äußerten sich in der
ORF-Sendung besorgt über die wachsende Armut. Von Regierungsseite
verwiesen SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina und
ÖVP-Staatssekretärin Christina Marek auf Maßnahmen der Regierung zur
Armutsbekämpfung wie Mindestlohn, Mindestsicherung oder
Mindestpension.
Kritik der Oppostition.
Die Oppositionsvertreter beurteilten die Situation skeptischer:
Die stellvertretende Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig meinte,
bei der Armutsbekämpfung sei man keinen Schritt weiter gekommen und
die Einkommensschere zwischen Männer und Frauen sei noch weiter
auseinandergegangen. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache machte die EU
und die Globalisierung für die wachsende Armut in Österreich
verantwortlich. BZÖ-Chef Peter Westenthaler meinte, es gebe ein Jahr
nach Rot-Schwarz eine "soziale Kältewelle" in Österreich.
"Solidarbeitrag".
ORF-"Licht ins Dunkel"-Leiter Jörg Ruminak betonte, jeder Euro
Spende sei "ein Solidarbeitrag im Sinne der Zivilgesellschaft. Denn
auch unser soziales Netz ist nicht engmaschig genug und Spenden immer
noch nötig". ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bezeichnete "Licht
ins Dunkel" als "eine der tragenden Säulen des Unternehmens".
Features
Spenden-Hotline
Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 24 12 07 kann für "Licht ins Dunkel" weiter gespendet werden.
Steirer helfen Steirern
Foto

Glawischnig: "Kein Schritt weiter" in der ArmutsbekämpfungFoto © APA











