Venezuela liefert armen New Yorkern Heizöl
170 Millionen Liter Heizöl im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar wurden gespendet. Im diplomatischen Schlagabtausch zwischen Bush und Chavez dürfte demnach wohl letzterer die Nase vorne haben.

Foto © APADer Winter in New York ist oft bitter kalt
Ungeachtet des diplomatischen Streits
zwischen den Regierungen in Washington und Caracas hat Venezuela am
Freitag armen Familien im New Yorker Stadtteil Bronx umsonst Heizöl
geliefert. Das Programm besteht seit drei Jahren und wurde zuletzt
sogar ausgeweitet. Insgesamt spendet der staatliche venezolanische
Energiekonzern Citgo Petroleum nach eigenen Angaben in diesem Winter
rund 170 Millionen Liter Heizöl im Wert von mehr als 100 Millionen
Dollar. Mehr als 200.000 sozial schwachen Familien in 23
US-Bundesstaaten soll so unter die Arme gegriffen werden. Venezuela
ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt.
"Man nimmt jede Hilfe".
"Gerade jetzt, wo die Ölpreise so hoch sind, wird uns das
besonders helfen", sagte Gloria Colon, die im sozialen Brennpunkt
South Bronx wohnt. Wie die meisten anderen Familien erhielt auch die
ihre eine einmalige freie Lieferung von etwa 380 Litern Heizöl. Aus
Dankbarkeit schwenkte Colon eine venezolanische Fahne. Der politische
Zwist zwischen den beiden Ländern sei ihr egal. "Wenn man wenig
verdient und sich abrackern muss, dann nimmt man jede Hilfe, die man
kriegen kann", sagte sie. Politik interessiere sie nicht.
Diplomatischer Schlagabtausch.
Seit Monaten liefern sich die Regierungen der beiden Länder
diplomatische Schlagabtausche. So bezeichnete Venezuelas Präsident
Hugo Chavez sein US-Gegenüber George W. Bush als Teufel. Der
US-Präsident lobte im Gegenzug jüngst das venezolanische Volk, weil
es einem Reformvorhaben eine Absage erteilte, das eine unbegrenzte
Wiederwahl von Chavez erlauben sollte.
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... gegen George W. BushFoto © AP










