Mit Blei verseuchtes Cannabis im Umlauf
Kärntner Drogenstellen und Ärzte in Alarmbereitschaft. Mehrere Cannabis-Konsumenten in Österreich erlitten bereits akute Bleivergiftungen.

Foto © APA/LeukertDas Blei wird laut Experten auf die Pflanze gesprüht. "Damit wird das Gewicht erhöht und der Stoff wird teurer", sagt der Klagenfurter Suchtgiftexperte Ernst Nagelschmied
Tödliche Gefahr für Konsumenten: Derzeit ist mit Blei versetztes Cannabis in Umlauf. Vermutlich auch in Kärnten. Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon sprach vor wenigen Tagen eine offizielle Warnung aus. Im EU-Raum erstmals aufgetaucht ist das bleiverseuchte Cannabis vor Kurzem in mehreren deutschen Städten. Jetzt gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit die ersten Fälle auch in Österreich. Die Drogenbeobachtungsstelle teilt mit, dass derzeit am AKH in Wien zwei Fälle mit Bleivergiftungen behandelt werden, bei welchen der Verdacht besteht, dass die Vergiftung durch den Konsum von bleikontaminierten Cannabis verursacht wurde.
Folgeschäden. Alle Kärntner Drogenstellen und Ärzte wurden in dieser Woche darüber informiert. Sie wurden auch aufgefordert, Konsumenten auf die Risiken von bleiverseuchtem Cannabis hinzuweisen. Beim Rauchen wird das Blei direkt über die Lunge aufgenommen und so in allen Körpergeweben abgelagert. Zur akuten Bleivergiftung kommt dann sehr schnell auch noch die chronische Vergiftung. Was heißt, dass die Patienten auf Monate und Jahre mit den Folgen kämpfen müssen. Blutarmut, Hirn-, Nieren-, und Nervenschäden sind nur einige der Folgen.
Bewusst? Das Blei wird laut Experten auf die Pflanze gesprüht. "Damit wird das Gewicht erhöht und der Stoff wird teurer", sagt der Klagenfurter Suchtgiftexperte Ernst Nagelschmied. Es könnte aber auch sein, dass eine Gruppe von Unbekannten bewusst Cannabis-Konsumenten gesundheitliche Schäden zufügen möchte.
Leipzig. Zuletzt sorgte der verseuchte Stoff in der deutschen Stadt Leipzig für Aufregung: Innerhalb kürzester Zeit wurden 19 Leipziger mit akuter Bleivergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die Mediziner waren anfangs zurecht verwirrt: Die Symptome ähnelten einer akuten Bleivergiftung (Magen-Darm-Beschwerden, Bauchkrämpfe, blasse Hautfarbe). Und der Chirurg konnte bei der Operation nichts finden. Dann stellte sich heraus, dass alle Erkrankten Cannabis-Konsumenten sind.










