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Zuletzt aktualisiert: 11.12.2007 um 05:10 Uhr

Scheidung: Großeltern verlieren ihre Enkel

Tausende Großeltern müssen auf ihre Enkel verzichten, weil sich deren Eltern trennen oder scheiden lassen. Eine Gerontologin will das ändern.

Jede zweite Ehe zerbricht. Für Eltern gibt es psychologisch-therapeutische Ansprechpartner. Und die Großeltern?

Foto © AP (Symbolfoto)Jede zweite Ehe zerbricht. Für Eltern gibt es psychologisch-therapeutische Ansprechpartner. Und die Großeltern?

Selten wurde eine Gruppe leidender Menschen so sehr vergessen wie Großeltern, die ihre Enkel nicht mehr sehen können, weil deren Eltern heillos zerstritten sind. Jede zweite Ehe und viele lockere Beziehungen gehen in die Brüche. Was das für die Kinder bedeutet, weiß man. Auch für Eltern gibt es psychologisch-therapeutische Ansprechpartner. Und die Großeltern?

Gerontologie

Die Gerontologie ist die Wissenschaft vom Prozess des Alterns.

Wertvoll füreinander. "Enkelkinder und Großeltern können wertvoll füreinander sein und haben sogar ein verbrieftes Recht, persönlich miteinander zu verkehren", spricht Barbara Mödritscher den Paragrafen 148 Abs. 3 ABGB an. Mit ihrer Abschlussarbeit zum Thema qualifizierte sich die "junge Großmutter" zur akademischen Gerontologin. Sie ist beim Katholischen Bildungswerk angestellt und die von ihr organisierte Veranstaltung "soll Großeltern helfen, die zu Trennungswaisen geworden sind". Dafür interessiert sich sogar Help TV.

Obsorge. "Haben Eltern gemeinsame Obsorge fürs Kind, ist der Kontakt zu den Großeltern besser", weiß Mödritscher. "Hat nur eine Person das Sorgerecht, laufen Großeltern Gefahr, vom Leben der Enkel ausgeschlossen zu werden." Viele Betroffene klagen Mödritscher heute ihr Leid.

Zweite Chance. "Enkel sind für Großeltern eine zweite Chance, gelassener als bei den eigenen Kindern das Wunder Mensch zu bestaunen." Ältere Menschen, die Kinder betreuen, leben länger, wie Studien beweisen. "Und Kinder wecken das Kind in uns", so Mödritscher.

Brücke. Anders herum können Großeltern "für Kinder eine Sozialisationsbrücke sein, die erste Bezugsgruppe nach den Eltern. Sie haben Zeit und Lust, den Kindern die Welt zu erklären." Und noch etwas: "Kinder mit guten Kontakten zu Großeltern haben ein besseres Altersbild. Das ist von gesellschaftlichem Nutzen und hilft ihnen, wenn sie selbst älter werden."

JOCHEN BENDELE

Podiumsdiskussion

Thema: "Großeltern als Trennungswaisen - Bedeu-
tung, Rechtsgrundlagen, (Selbsthilfe-)Tipps zum Verhältnis von Großeltern und Enkelkindern.

Teilnehmer

Rita Boegershausen (deutsche Aktivgruppe), Arzt Günther Mattitsch, Jurist Philipp Mödritscher und Soziologin Liselotte Wilk.

Ort und Zeit

Wann? Mittwoch, 12. Dezember, 18 Uhr
Wo? Diözesanhaus, Klagenfurt, Tarviser Str. 30.
Tel. 0463/5877-2421

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