Tests für junge Lehrer
Sprecher der 2700 steirischen AHS-Lehrer erhofft sich durch Eignungstests vor Studiumbeginn bessere Lehrer. BHS-Sprecher zweifelt daran.
Die Forderung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied nach Tests für Lehramtsstudenten stößt bei Lehrern auf geteilte Meinungen. Betroffen von solchen Tests wären Lehramtsstudenten an Universitäten.
Skeptisch.
Skeptisch reagiert der Vorsitzende des Zentralausschusses der BHS-Lehrer, Jürgen Rainer, auf Tests: "Solche Tests an den Lehrern und nicht am System festzumachen, gefällt mir nicht. Jetzt zu sagen, vor allem die Lehrer wären an den Ergebnissen der Pisa-Studie schuld, ist ein typisches Verhalten." Grundsätzlich hält Rainer Aufnahmegespräche aber für sinnvoll: "Für den einzelnen Studenten ist es sicher gut, wenn er erfährt, dass er vielleicht nicht geeignet ist. Man wird aber mit solchen Tests bei den bestehenden Rahmenbedingungen mit Anfangsgehältern von 1600 Euro brutto nicht bessere Lehrer gewinnen." Hochbegabte würden sich schon aufgrund der geringen Attraktivität der Einstiegsgehälter einen anderen Beruf suchen, meint Rainer.
Zuspruch und Zweifel. Im Gegensatz zu Rainer spricht sich Friedrich Malli, Sprecher der 2700 steirischen AHS-Lehrer, für Tests aus: "Wir sollten die geeignetsten Kandidaten finden. Kommunikationsfähigkeit und Persönlichkeitsmerkmale müssten getestet werden. Manche Merkmale schließen eine erfolgreiche Lehrerkarriere aus." Zweifel an der Aussagekraft von Tests hat Anton Zündel, Direktor der HAK in Bruck: "Ich halte Tests bei 18-Jährigen, die noch Entwicklungspotenzial haben, für äußerst problematisch."
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Fakten
Eine gemeinsame Aus-
bildung der Lehrer wird seit langem von der SPÖ gefor-
dert. Wissenschaftsmi-
nister Johannes Hahn (VP) betonte am Mittwoch, er wolle über eine gemeinsame Aus-
bildung für Lehrer der 10- bis 14-jährigen Schüler disku-
tieren. Vor Studiumbeginn kann sich Hahn Tests vorstellen.











