1800 Euro Geldstrafe, weil Wirt seine Angestellten begrapschte
Zwei Frauen (17 und 21) zogen gegen ihren Klagenfurter Ex-Chef vor Gericht. Für die sexuelle Belästigung wurde ihnen auch Schmerzensgeld zugesprochen.
Da hat der Wirt die Rechnung ohne den Richter gemacht: Ein Klagenfurter Lokalbesitzer wurde gestern zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er seine Angestellten immer wieder begrapscht haben soll. Zwei ehemalige Mitarbeiterinnen (17 und 21 Jahre alt) belasteten den Gastwirt schwer. Während des Prozesses verlangte der Mann Ausschluss der Öffentlichkeit, nach dem Schuldspruch erbat er sich drei Tage Bedenkzeit.
Sexuell belästigt. "Sie haben die Frauen sexuell belästigt, das ist unbestritten", sagte Richter Gerhard Pöllinger in der Urteilsverkündung. Und weiter: "Sie waren mit Ihren Berührungen überschießend. Auch wenn Sie es nicht so gemeint haben, hätten sie erkennen müssen, dass es für die Frauen nicht angenehm ist, ständig angegriffen und betatscht zu werden."
Schmerzensgeld. Die Aussagen der Opfers und des mutmaßlichen Täters gingen weit auseinander. "Irgendwo in der Mitte wird die Wahrheit liegen", so der Richter. Ins Rollen gebracht hatte den Fall das 17-jährige Lehrmädchen. Als sie gegen ihren Ex-Chef vor Gericht zog, packte auch ihre ältere, bereits ausgelernte Kollegin, aus. Beiden Frauen wurde vom Gericht Schmerzensgeld zugesprochen. Über die genaue Höhe muss noch am Zivilgericht verhandelt werden. "Für das Ungemach, das die Damen erlitten haben, steht ihnen eine Entschädigung zu", findet der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.











