Neues Langenscheidt-Wörterbuch: "Popelstopper, Saftschubse" und Co."
"Hä?? - Jugendsprache unplugged", ein neues Buch des Langenscheidt-Verlages, gibt nun Auskunft über - je nach individuellem Gesichtspunkt - rasanten Verfall oder Fortschritt der deutschen Sprache.

Foto © APAKreativ oder verunstaltend? Die deutsche Sprache steht Kopf
Sagen Sie etwa noch "Sixpack" zu einer Sechserpackung Bier? Dann sind Sie entweder total uncool - oder Amerikaner! Denn in den USA benutzen Jugendliche tatsächlich noch diesen Ausdruck, während junge Deutsche längst von einer "Herrenhandtasche" sprechen. So heißt es jedenfalls in einem neuen Buch des Langenscheidt-Verlages, "Hä?? - Jugendsprache unplugged". Dort finden sich nicht nur deutsche Redewendungen, sondern auch ihre englischen, französischen, spanischen und italienischen Übersetzungen.
"Spachteln" und "dönern". Rund 450 Begriffe haben die Autoren in deutschsprachigen Schulklassen sowie über ein Internet-Gewinnspiel gesammelt, einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben sie nicht. Einige Ausdrücke sind schon so bekannt, dass sie bereits in den normalen Sprachgebrauch übergegangen sind, zum Beispiel 'No go' als Ding der Unmöglichkeit oder 'spachteln' - essen. Bei anderen lässt sich die Bedeutung unschwer erkennen: "Dönern" heißt, einen Döner verzehren, die "Erzeugerfraktion" sind die Eltern.
"Popelstopper". Was aber könnte ein "Asselanzug" sein oder ein "Popelstopper"? Gemeint sind ein Trainingsanzug beziehungsweise ein Schnurrbart. Bei "Beraterpommes" handelt es sich um Sushi - dafür gibt es übrigens nur im Deutschen einen Slangausdruck, in den übrigen Sprachen bleibt man schlicht und einfach bei "Sushi".
"Saftschubse". Viele Begriffe sind jedenfalls recht einprägsame Bilder: "Knochenschleuder" bedeutet dünner Mensch, "Himmelhenne" Nonne, "Teppichporsche" kleiner
Hund, "Intelligenzallergiker" Dummkopf, "Saftschubse" Stewardess oder
"Bananenbräuner" FKK-Strand. Und was könnte "ich gehe mal kurz was
jammern" heißen? Der Betreffende geht etwas essen - oder eben
"spachteln".
"Volle Knäcke". Zahlreiche Ausdrücke kennt die Jugendsprache für den Begriff "sehr" - dies reicht von "abartig" und "bock" - dein Blechpickel (Piercing) ist bock toll - über "volle Knäcke" und "oz" bis "übelst". Und manchmal führt der Slang auch in die Irre. Was zum Beispiel ist mit "ficken" gemeint? Nicht das, was Sie jetzt denken! Bei Jugendlichen heißt "ficken" ganz einfach "erwischt werden". Was die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes betrifft - dafür gibt es bei Jugendlichen mittlerweile viele andere Begriffe...
Bleibt alles anders. Auch in anderen Fällen hat sich die Bedeutung eines Begriffs komplett verändert. "Leimen" beispielsweise heißt nicht länger jemanden betrügen, sondern entspannen. Und mit "keine Hobbys haben" ist gemeint: Hast Du nichts zu tun? "Knut", das wird Eisbärfreunde verstören, bedeutet schlecht und "ownen" besiegen. Überhaupt enthält die Jugendsprache viele aus dem Englischen entliehene Ausdrücke. Dazu gehören "pacen" (eine Spritztour machen), "Addy" (E-Mail-Adresse), "strange" (verrückt) oder "wayne" (egal).
Features
"Cool" ist out
Das Wort "Cool" ist schon lange nicht mehr "cool": Für diesen
allgegenwärtigen Modeausdruck haben Jugend-
liche schon viele andere
Begriffe gefunden, ob nun "abgespaced", "groovy", "buffig", "king" -
oder ganz einfach "lässig".











