Tankstellenboykott in Steiermark: Umsatzrückgänge bis 30 Prozent
Die steirische Pendlerinitiative hat am Samstag zum Tankstellenboykott aufgerufen. Keiner der rund 300.000 Pendler in der Grünen Mark sollte an diesem Tag tanken.

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In Graz habe die Aktion
nicht gegriffen, wohl aber in den Bezirken, berichtete Obmann Franz
Gosch im APA-Gespräch. Man habe einen Umsatz- und Frequenzrückgang
von 20 bis 30 Prozent bei den Tankstellen erreicht; im Tagesverlauf
seien an manchen Zapfsäulen die Treibstoffpreise gesenkt worden.
Erfreulicher Weise habe sich offenbar Nervosität in den Zentralen
der Mineralölkonzerne breit gemacht: "Es hat eine Weisung gegeben,
keine Auskünfte über Umsatzrückgänge zu geben. Über ein gutes
Informantennetz ist uns das trotzdem gelungen", meinte Gosch.
"Regional verschieden, über das Land verteilt haben wir Umsatz- und
Frequenzrückgänge von 20 bis 30 Prozent verzeichnet."
Preise verändert.
"Interessant ist auch, dass sich im Laufe des Tages Benzin- und
Dieselpreise in einigen Regionen verändert haben: Im Raum Leibnitz
ist der Normalbenzin-Preis bei manchen Tankstellen um drei Cent
gesunken und im Raum Fürstenfeld der Diesel um zwei Cent. In Bruck an
der Mur ist sogar die OMV um eineinhalb Cent beim Diesel
heruntergegangen", berichtete der Obmann. An einigen Tankstellen
hätte es rege Diskussionen über die Treibstoffpreise gegeben.
Gegen die Konzerne.
"Was von uns offensichtlich nicht ausreichend kommuniziert worden
ist: Der Boykott richtete sich nicht gegen die Tankstellenpächter,
die genauso unter Druck stehen, sondern gegen die Mineralölkonzerne",
meinte Gosch. "Wir waren österreichweit die Ersten, die einen Protest
in einem Großversuch umgesetzt haben. Und wir haben mehr erreicht als
wir erwartet haben." Dass der Boykott in Graz nicht gegriffen hat,
führte der Obmann u.a. auf das Weihnachtsgeschäft zurück. In Zukunft
wolle man gezielt Preistreiber am Markt bestreiken. Allerdings wolle
man versuchen, dafür mehr Partner ins Boot zu holen.
"Schmerzliche Verluste".
Am Samstag wurde die Pendlerinitiative vom steirischen Verein für
Konsumentenschutz unterstützt. Zur Aktion habe man aufgerufen, weil
viele Pendler - vor allem Langstreckenpendler - durch den Weg zur
Arbeit "schmerzliche Einkommensverluste erleiden" würden und ihre
Familien bereits Einschränkungen ihres Lebensstandards hinnehmen
müssten, hieß es. Man forderte u.a. eine Mehrwertsteuersenkung auf
Treibstoff und eine Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes auf 45
Cent.









