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Zuletzt aktualisiert: 01.12.2007 um 17:34 Uhr

Tankstellenboykott in Steiermark: Umsatzrückgänge bis 30 Prozent

Die steirische Pendlerinitiative hat am Samstag zum Tankstellenboykott aufgerufen. Keiner der rund 300.000 Pendler in der Grünen Mark sollte an diesem Tag tanken.

Foto © APA

In Graz habe die Aktion nicht gegriffen, wohl aber in den Bezirken, berichtete Obmann Franz Gosch im APA-Gespräch. Man habe einen Umsatz- und Frequenzrückgang von 20 bis 30 Prozent bei den Tankstellen erreicht; im Tagesverlauf seien an manchen Zapfsäulen die Treibstoffpreise gesenkt worden. Erfreulicher Weise habe sich offenbar Nervosität in den Zentralen der Mineralölkonzerne breit gemacht: "Es hat eine Weisung gegeben, keine Auskünfte über Umsatzrückgänge zu geben. Über ein gutes Informantennetz ist uns das trotzdem gelungen", meinte Gosch. "Regional verschieden, über das Land verteilt haben wir Umsatz- und Frequenzrückgänge von 20 bis 30 Prozent verzeichnet."

Preise verändert. "Interessant ist auch, dass sich im Laufe des Tages Benzin- und Dieselpreise in einigen Regionen verändert haben: Im Raum Leibnitz ist der Normalbenzin-Preis bei manchen Tankstellen um drei Cent gesunken und im Raum Fürstenfeld der Diesel um zwei Cent. In Bruck an der Mur ist sogar die OMV um eineinhalb Cent beim Diesel heruntergegangen", berichtete der Obmann. An einigen Tankstellen hätte es rege Diskussionen über die Treibstoffpreise gegeben.

Gegen die Konzerne. "Was von uns offensichtlich nicht ausreichend kommuniziert worden ist: Der Boykott richtete sich nicht gegen die Tankstellenpächter, die genauso unter Druck stehen, sondern gegen die Mineralölkonzerne", meinte Gosch. "Wir waren österreichweit die Ersten, die einen Protest in einem Großversuch umgesetzt haben. Und wir haben mehr erreicht als wir erwartet haben." Dass der Boykott in Graz nicht gegriffen hat, führte der Obmann u.a. auf das Weihnachtsgeschäft zurück. In Zukunft wolle man gezielt Preistreiber am Markt bestreiken. Allerdings wolle man versuchen, dafür mehr Partner ins Boot zu holen.

"Schmerzliche Verluste". Am Samstag wurde die Pendlerinitiative vom steirischen Verein für Konsumentenschutz unterstützt. Zur Aktion habe man aufgerufen, weil viele Pendler - vor allem Langstreckenpendler - durch den Weg zur Arbeit "schmerzliche Einkommensverluste erleiden" würden und ihre Familien bereits Einschränkungen ihres Lebensstandards hinnehmen müssten, hieß es. Man forderte u.a. eine Mehrwertsteuersenkung auf Treibstoff und eine Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes auf 45 Cent.


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