Mann vom eigenen Sohn ermorden lassen: Lebenslange Haft
Neun Jahre für zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alten Burschen, 18 Jahre für seine Großmutter. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Foto © APALebenslange für Ehefrau
Die 35-jährige Wienerin, die gemeinsam mit ihrer
Mutter ein heimtückisches Mordkomplott gegen ihren Ehemann
geschmiedet und dieses von ihrem eigenen Sohn in die Tat umsetzen
hatte lassen, ist am Donnerstagabend im Straflandesgericht wegen
Anstiftung zum Mord zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt
worden. Ihr zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alte Sohn erhielt wegen Mordes
neun Jahre. 18 Jahre Haft setzte es für seine Großmutter, die ihm
unter anderem eine Pistole und Kokain besorgt hatte, damit er
entsprechend aufgeputscht auch ja die Tat begehe.
Nicht rechtskräftig.
Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Der Jugendliche, der seinen
Stiefvater am 21. März 2007 in dessen Wohnung in Wien-Floridsdorf mit
einem Feuerlöscher erschlagen hatte, nachdem er mehrere Schüsse auf
ihn abgegeben hatte, akzeptierte seine Strafe, doch Staatsanwältin
Katja Wallenscheswki gab vorerst keine Erklärung ab. Die Ehefrau und
ihre Mutter meldeten Strafberufung bzw. Bedenkzeit an.
"Er war wie Balu, der Bär", hatte zuvor der Ex-Mann der
angeklagten Frühpensionistin - in Folge chronischer Polyarthritis war
sie nicht in der Lage, einen Beruf auszuüben - das Mordopfer im
Zeugenstand beschrieben. Bei unregelmäßigen Besuchen sei ihm der
41-Jährige immer "sehr gutmütig und offenherzig" erschienen, sagte
der erste Ehemann der Wienerin, die sich Anfang der neunziger Jahre
von ihm hatte scheiden lassen. Der 41-Jährige sei "fast wie ein
Kuschelbär rübergekommen".
"Ekelhafte Sachen".
Die Frau hatte demgegenüber nach ihrer Festnahme angegeben, ihr
Mann habe seit Jahren "ekelhafte Sachen" verlangt, wenn er von der
Arbeit nach Hause kam. Angeregt von Porno-Videos, habe er mit ihr
abartige Szenen "nachgestellt", dabei Sex-Spielzeug verwendet. Es sei
"immer schlimmer, immer ärger, immer öfter" geworden, hatte die
35-Jährige den Beamten erzählt. In der Hauptverhandlung war sie zu
keinen Aussagen mehr bereit, bekannte sich jedoch schuldig, ihren
Sohn zur Ermordung ihres Mannes bestimmt zu haben.
Nicht abgelehnt.
Dieser ließ sich dazu überreden, weil er "alles für meine Mutter
gemacht hätte", wie er den Geschworenen darlegte. Er habe das
Ansinnen seiner Mutter nicht abgelehnt, "weil ich Angst hatte, dass
sie mich wieder links liegen lässt so wie früher". Er habe gehofft,
dass er bzw. sein jüngerer Bruder das Zimmer des Stiefvaters beziehen
könnten. Man habe im Vorfeld schon in Katalogen geblättert, um sich
dafür neue Möbel auszusuchen, stellte der inzwischen 18-Jährige fest,
der klar machte, dass er sich "benutzt" fühle und daraus seine Lehren
für's spätere Leben ziehen werde: "Ich mach nix mehr für jemand
anderen!"










