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Zuletzt aktualisiert: 30.11.2007 um 00:17 Uhr

Mann vom eigenen Sohn ermorden lassen: Lebenslange Haft

Neun Jahre für zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alten Burschen, 18 Jahre für seine Großmutter. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Lebenslange für Ehefrau

Foto © APALebenslange für Ehefrau

Die 35-jährige Wienerin, die gemeinsam mit ihrer Mutter ein heimtückisches Mordkomplott gegen ihren Ehemann geschmiedet und dieses von ihrem eigenen Sohn in die Tat umsetzen hatte lassen, ist am Donnerstagabend im Straflandesgericht wegen Anstiftung zum Mord zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ihr zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alte Sohn erhielt wegen Mordes neun Jahre. 18 Jahre Haft setzte es für seine Großmutter, die ihm unter anderem eine Pistole und Kokain besorgt hatte, damit er entsprechend aufgeputscht auch ja die Tat begehe.

Nicht rechtskräftig. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Der Jugendliche, der seinen Stiefvater am 21. März 2007 in dessen Wohnung in Wien-Floridsdorf mit einem Feuerlöscher erschlagen hatte, nachdem er mehrere Schüsse auf ihn abgegeben hatte, akzeptierte seine Strafe, doch Staatsanwältin Katja Wallenscheswki gab vorerst keine Erklärung ab. Die Ehefrau und ihre Mutter meldeten Strafberufung bzw. Bedenkzeit an. "Er war wie Balu, der Bär", hatte zuvor der Ex-Mann der angeklagten Frühpensionistin - in Folge chronischer Polyarthritis war sie nicht in der Lage, einen Beruf auszuüben - das Mordopfer im Zeugenstand beschrieben. Bei unregelmäßigen Besuchen sei ihm der 41-Jährige immer "sehr gutmütig und offenherzig" erschienen, sagte der erste Ehemann der Wienerin, die sich Anfang der neunziger Jahre von ihm hatte scheiden lassen. Der 41-Jährige sei "fast wie ein Kuschelbär rübergekommen".

"Ekelhafte Sachen". Die Frau hatte demgegenüber nach ihrer Festnahme angegeben, ihr Mann habe seit Jahren "ekelhafte Sachen" verlangt, wenn er von der Arbeit nach Hause kam. Angeregt von Porno-Videos, habe er mit ihr abartige Szenen "nachgestellt", dabei Sex-Spielzeug verwendet. Es sei "immer schlimmer, immer ärger, immer öfter" geworden, hatte die 35-Jährige den Beamten erzählt. In der Hauptverhandlung war sie zu keinen Aussagen mehr bereit, bekannte sich jedoch schuldig, ihren Sohn zur Ermordung ihres Mannes bestimmt zu haben.

Nicht abgelehnt. Dieser ließ sich dazu überreden, weil er "alles für meine Mutter gemacht hätte", wie er den Geschworenen darlegte. Er habe das Ansinnen seiner Mutter nicht abgelehnt, "weil ich Angst hatte, dass sie mich wieder links liegen lässt so wie früher". Er habe gehofft, dass er bzw. sein jüngerer Bruder das Zimmer des Stiefvaters beziehen könnten. Man habe im Vorfeld schon in Katalogen geblättert, um sich dafür neue Möbel auszusuchen, stellte der inzwischen 18-Jährige fest, der klar machte, dass er sich "benutzt" fühle und daraus seine Lehren für's spätere Leben ziehen werde: "Ich mach nix mehr für jemand anderen!"


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