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    Zuletzt aktualisiert: 29.11.2007 um 17:26 Uhr

    Nach 53 Ehejahren: Frau brach Mann die große Zehe

    71-Jährige attackierte ihren Ehemann (77) mit dem Jausenbrett, weil er das Radio verstellte. Nun stand das Ehepaar vor Gericht.

    Die Ehefrau entschuldigte sich vor Gericht

    Foto © AP (Symbolfoto)Die Ehefrau entschuldigte sich vor Gericht

    "Ist das nicht tragisch?", fragt Richter Christian Liebhauser-Karl. "Nach 53 Ehejahren treffen wir uns hier am Landesgericht." Eine 71-Jährige Frau hat ihrem Mann (77) die große Zehe gebrochen. Tatort war die Küche, Tatwaffe das Jausenbrett.

    Radio leiser gedreht. Wegen Körperverletzung ist die Frau aus St. Veit nun angeklagt. "Sie ist so jähzornig", jammert ihr Mann. "Nur weil ich in der Früh das Radio leiser gedreht habe, hat sie mit dem Jausenbrett nach mir geworfen. Sie wollte mir das Brettl voll auf den Schädel hauen."

    Trümmerbruch. In letzte Sekunde habe er ausweichen können. So traf das Holzbrett wenigstens "nur" seinen Fuß. Die Folge: Ein Trümmerbruch der rechten Großzehe.

    Keine Entschuldigung. "Das hat so weh getan. Ich habe ganz fest gejammert. Aber meine Frau hat sich nicht einmal entschuldigt", beschwert sich der Pensionist. Die angeklagte Gattin sagt, ihr Mann sei selbst Schuld an der Verletzung. Die Ehe sei "reiner Psychoterror". Ihre Version des Tatherganges: "Wir hatten Streit, es kam zu einer Rangelei und dabei ist das Brett heruntergefallen."

    Eifersucht. "Wenn so etwas vom Tisch fällt, kann doch nicht gleich der Zeh brechen", kontert der Ehemann. Nachsatz: "Meine Frau ist in den letzten Jahren so unberechenbar und eifersüchtig geworden." Da fragt der Richter: "Hat Ihre Frau denn einen Grund zur Eifersucht?". "Leider nicht." Richter: "Warum leider?"

    Realist. "Weil ich nicht wüsste, was ein Seitensprung für einen Sinn hätte. Ich bin Realist," argumentiert der 77-Jährige. "Wie war Ihre Frau früher?", will der Richter wissen. "Ich kann nicht klagen. Sie war immer eine gute Hausfrau."

    Außergerichtliche Lösung. Also schlägt der Richter eine außergerichtliche Lösung vor. "Wie wär's mit einer Entschuldigung?", fragt er die Frau. "Es tut mir leid", schluchzt diese. "Das Verfahren ist damit erledigt", erklärt der Richter. Alle anderen Probleme nicht.

    MANUELA KALSER

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