Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
26. Mai 2013 10:48 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Mindestens elf Tote bei Busunglück in Burma Po-Grapscher: 300 Euro Verwaltungsstrafe Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Mindestens elf Tote bei Busunglück in Burma Po-Grapscher: 300 Euro Verwaltungsstrafe
Zuletzt aktualisiert: 23.11.2007 um 21:06 Uhr

Zivilcourage am Prüfstand: Theorie und Praxis weit auseinander

Schreie aus einer fremden Wohnung lassen fast jeden Zweiten kalt. Nur jeder Vierte würde einem Fahrkartenkontrollor in Bedrängnis helfen.

Die Zivilcourage der Österreicher unterscheidet sich in der Theorie stark von der gelebten Praxis. Das Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS hat das soziale Verhalten kritisch unter die Lupe genommen und die Ergebnisse am Freitag veröffentlicht. Es zeigte sich: Schreckensschreie aus einer fremden Wohnung lassen fast jeden Zweiten kalt. Einem Fahrkartenkontrollor, der von einem Betrunkenen attackiert wird, würde nur jeder Vierte helfen.

1.099 Befragte. IMAS hat im Zeitraum von 23. Oktober bis 9. November 1.099 repräsentativ für die österreichische Bevölkerung über 16 Jahre ausgewählte Personen befragt. Ihnen wurden verschiedene Situationen, in die man im Alltag geraten kann, beschrieben. Dann mussten sie sagen, was man tun sollte und wie sie persönlich handeln würden.

Hilfeleistung. 85 Prozent finden, man sollte einer Frau, die sexuell belästigt wird, zu Hilfe kommen. 69 Prozent würden das auch tatsächlich tun. 63 Prozent würden sich die Nummer eines Fahrerflüchtigen notieren und an die Polizei weiterleiten, fast ebenso viele der Befragten für einen verletzten Obdachlosen Hilfe holen. Einen Bankräuber verfolgen würden 13 Prozent, bei einer Rauferei dazwischengehen zwölf Prozent.

Vorsichtige Österreicher. Wenn es gilt, einen ungerecht behandelten Kollegen vor dem Chef zu verteidigen, sind die Österreicher schon vorsichtiger: Zwei Drittel halten das zwar für richtig, den nötigen Mut würden aber nur 45 Prozent aufbringen. Nur jeder Dritte würde bei einer Versammlung auch dann seine Meinung vertreten, wenn die Mehrheit anders denkt. Auch mit einem offenen Bekenntnis zur politischen Einstellung sind die Österreicher zurückhaltend: Weniger als die Hälfte findet, man müsse sich zu einer Partei, der man nahesteht, auch bekennen. Gar nur 31 Prozent würden sich selbst politisch outen.

Nur nicht einmischen. 39 Prozent würden einen Ausländer darauf aufmerksam machen, er solle sich an "unsere Spielregeln" anpassen. Bei Verstößen gegen Vorschriften, mischen sich aber viele lieber gar nicht erst ein: Auch wenn 38 Prozent finden, man sollte jemanden, der sich trotz Rauchverbots eine Zigarette anzündet, zurechtweisen - nur die Hälfte von ihnen würde es auch wirklich tun. Ein Handy-telefonierender Autofahrer ist gar nur 14 Prozent eine Ermahnung wert.

Gleich mutig. Generell sinkt die Zivilcourage mit dem Alter und steigt mit dem Bildungsgrad. Männer und Frauen sind etwa gleich mutig. Es zeigten sich aber große Unterschiede zwischen den politischen Lagern: Anhänger der Grünen, der FPÖ und des BZÖ schreiten viel eher zur Tat als jene der Großparteien. Am schlechtesten schnitten jene ab, die keiner Partei nahestehen oder sich nicht deklarieren wollten: Sie zeichnen sich eher durch Apathie als durch gesellschaftskritisches Engagement aus, so das Fazit der Meinungsforscher.


Steiermark > Graz

Regenschauer
Graz
min: 8° | max: 17°
7-Tagesprognose

Aktuelle Leser-Fotos

KLEINE.tv

Das größte Lego-Modell aller Zeiten

Unter den Klängen des "Imperial March" hat Lego auf dem Times Square in ...Noch nicht bewertet

 




Fotoserien

Lange Nacht der Kirchen in der Steiermark 

Lange Nacht der Kirchen in der Steiermark

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang