Antarktis: Alle Schiffbrüchigen ausgeflogen
Nach dem Untergang ihres Kreuzfahrtschiffes haben die 154 geretteten Passagiere der "MV Explorer" am Wochenende auch noch einen Zwangsaufenthalt in der Antarktis einlegen müssen: Weil das Wetter zu schlecht war, konnten sie nicht nach Chile ausgeflogen werden und mussten in Militärstützpunkten im ewigen Eis übernachten.

Foto © AP15 Stunden nach dem Crash versank der Luxux-Kreuzer
Erst am Samstagabend um 23.30 MEZ landeten die ersten 77
Schiffbrüchigen an Bord eines Militärflugzeuges in Punta Arenas im
Süden Chiles. Am Sonntag kehrten schließlich alle anderen Passagiere
aus der Antarktis zurück. Derweil verstärkte sich die Kritik
am Zustand des immerhin schon 1969 gebauten Kreuzfahrtschiffes.
Schlechtwetter. Wegen des schlechten Wetters mussten die geretteten Passagiere die
Nacht auf Samstag auf einer chilenischen und einer uruguayischen
Militärbasis verbringen. Am Samstag dann flogen die ersten 77
Schiffbrüchigen von der antarktischen Insel King George nach Punta
Arenas. "Mit geht es wunderbar, ich bin sehr froh, am Leben zu sein",
sagte der dänische Tourist Jan Henkel. "Alle hatten Angst zu
sterben."
Ja-Wort. Dieser Todesangst setzten Henkel und seine Freundin Mette Larsen bewusst etwas entgegen: Nach der Evakuierung von der "MV Explorer" gaben sie sich im schwankenden Rettungsboot und umgeben von Eisschollen den Liebenden der "Titanic" gleich symbolisch das Ja-Wort. "Für die Flitterwochen reisen wir garantiert an einen wärmeren Ort", scherzte Henkel nach der Ankunft in Punta Arenas.
Features
Fakten
Das Schiff gehörte zu dem Reiseveranstalter Gap Adventuresmit Sitz in Toronto (Kanada) und war nahe der Südlichen Shetlandinseln rund 120 Kilometer nördlich der antarktischen Halbinsel unterwegs. Immer mehr Touristen fahren dorthin, um die atemberaubende Eis- Landschaft zu genießen.
MV Explorer
Das Kreuzfahrtschiff "MV Explorer" wurde für Expeditionen im rauen Polarmeer konstruiert. Sein Rumpf ist zum Schutz vor Eis mit einer extra gehärteten Hülle versehen. Gebaut wurde es 1969 in Finnland.














