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Zuletzt aktualisiert: 22.11.2007 um 19:27 Uhr

Soko-Alu jagt Profibanden aus dem Osten

Bei rund 303 Buntmetalldiebstählen in Kärnten heuer bereits über 250.000 Euro Schaden. Neue Informationsvernetzung der Polizei im Kampf gegen Serientäter.

Aluminium ist heiß begehrt: In Kärnten wurde das Metall im Jahr 2007 bisher äußerst häufig gestohlen

Foto © ReutersAluminium ist heiß begehrt: In Kärnten wurde das Metall im Jahr 2007 bisher äußerst häufig gestohlen

Sie kommen in der Nacht, fahrene mit einem Kastenwagen vor und laden im Blitztempo die Fahrzeuge mit 1000 bis 1500 Kilogramm Alu-Schrott oder Kupferdrähten voll. "Die Trend dieser Kriminalitätsform ist steigend", bestätigt Chefinspektor Manfred Schoi, Leiter der Gruppe "Einbruch/Diebstahl" im Landeskriminalamt. Seit Drei bis vier Jahren tauchen Buntmetalldiebe in regelmäßigen Abständen in Kärnten auf. Sie stehlen auf Baustellen und von Lagerplätzen.

Nachfrage

Die Nachfrage bei Buntmetallen ist größer als die Angebotskapa-
zitäten. Das nützen auch Kriminelle.

Fünf Euro. Für metallverarbeitende- und Maschinenbaufirmen sind die Langfinger bereits zu Plage geworden. Die Schrotthändler haben massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um ihre Lagerhallen und Sammelplätze gegen ungebetene Gäste abzusichern. Hauptgrund für die tonnenschwere Metalldiebstähle - heuer bereits in Kärnten über 30 mit einer Schadenssumme von über 250.000 Euro - sind die Buntmetallpreise am Weltmarkt. Für ein Kilogramm gepresstes Metall werden um die fünf Euro bezahlt.

Zehnfaches vom normalen Lohn. "Immer wieder gelingt es uns, Täter dingfest zu machen. Der Großteil kommt aus Ungar. Es sind meist Männer aus unteren sozialen Schichten die im Auftrag offensichtlich sehr gut organisierte Zwischenhändler auf die Reise geschickt werden", schildert Schoi. Die Diebe selbst bekommen pro Kilogramm um die zwei Euro. "Mit einer Fuhre "verdienen" die Täter bis zum zehnfachen eines Arbeiter-Monatslohnes in der Heimat", analysiert Schoi. Im Bundeskriminal wurde nun eine eigene Sonderkommission "Alu" eingereichtet. Dabei i geht es um die österreich- und europaweite Vernetzung von Polizei-Informationen. Schoi: "Strukturermittlungen können so zu einem 'roten Faden' verwoben werden. Allerdings müssen wir davon ausgehen, dass wir es mit mehreren Tätergruppen zu tun haben, die Zeitgleich ihrer kriminellen Arbeit nachgehen."

Volle Auftragsbücher

Durch die vollen Auftragsbücher der Stahlkocher in Osteuropa und in Asien laufen die Schmelzen rund um die Uhr auf Hochtouren.

"Aufarbeitung". Die Seriendiebe schrecken übrigens auch vor zeitaufwändiger "Aufarbeitung" der Beute nicht zurück. So werden zum Beispiel Kupferdrähte in allen möglichen Durchmesser-Dimensionen vor dem Weitertransport aus dem meist dicken Ummantelungen ausgelöst. Das verringert das Stauvolumen und verwischt fast alle Spuren der Herkunft.

PETER KIMESWENGER

Fakten

Die Buntmetallpreise steuern seit Monaten auf Rekordkurs. Sie werden Tag für Tag an den Börsen neu fixiert.

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