Australischer Richter verbietet Walfang vor der Antarktis
Die Entscheidung ist gegen jene japanische Fangflotte gerichtet, die im Augenblick Buckel-, Finn- und Zwergwale im Visier hat. Japanische Regierung will das Verbot ignorieren.

Foto © APAGigantische Meeressäuger weiter im Fadenkreuz
Ein australischer Richter hat am Dienstag ein Verbot des japanischen Walfangs vor der Antarktis verfügt. Die Entscheidung von Bundesrichter James Allsop richtet sich gegen das Unternehmen Kyodo Senpaku Kaisha, das die Schiffe der japanischen Walfangflotte betreibt. Diese sind zurzeit auf der Jagd auf Buckel-, Finn- und Zwergwale, die im Rahmen einer Ausnahmeregelung der Internationalen Walfangkommission (IWC) für wissenschaftliche Zwecke erlaubt wurde.
Japan ignorant. Der Richter folgte einem Antrag der Humane Society International. Die Entscheidung verbietet das "Töten, Verletzen, Entnehmen oder Stören von jeglichen Zwerg-, Finn- und Buckelwalen im australischen Walschutzgebiet". Dieses Schutzgebiet wird von Japan nicht anerkannt. Auch hat die japanische Regierung schon vor dem Urteil erklärt, dass sie eine solche Entscheidung nicht beachten werde.
Flotte gesichtet. Das Greenpeace-Schiff "Esperanza" hatte zuletzt nach Angaben der Umweltschutzorganisation die japanische Walfangflotte im südlichen Polarmeer gesichtet und verfolgt sie nun. Die Umweltschützer würden versuchen, Wale vor den japanischen Harpunen zu retten, hieß es in einer Greenpeace-Mitteilung weiter. Die japanische Flotte bestehe aus sechs Schiffen, zwei Sichtungs- und drei Fangschiffen sowie einem Fabrikschiff.
1.000 Wale im Visier. Die Walfänger befänden sich bereits seit Dezember im Südpolarmeer. Neben 935 Zwergwalen stünden auch 50 der gefährdeten Finnwale auf der Abschussliste. Mit Hochdruckpumpen wollten die Umweltschützer von ihren Schlauchbooten aus eine Wasserwand zwischen Walfänger und Wal erzeugen. So wollten sie den Harpunieren die Sicht nehmen und die Wale vor dem Abschuss retten.
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Walfang umstritten
Von Seiten mancher Fischer wird behauptet, die Wale müssten dezimiert werden, da diese keine natürlichen Feinde hätten und deshalb das Ökosystem zu destabilisieren drohen. Dieses Argument wird jedoch von Tierschutzorganisationen zurückgewiesen.








