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Zuletzt aktualisiert: 19.11.2007 um 21:49 Uhr

Russische Weltuntergangssekte lehnte Freilassung von vier Kindern ab

Russische Medien berichteten, Mittelsmänner hätten zu einem achtjährigen Mädchen unter den insgesamt 29 Sektanhängern Kontakt gehabt.

Seit der Hausbesitzer sich mit anden 29 Mitgliedern in der Höhle verschanzte, steht sein Haus leer

Foto © ReutersSeit der Hausbesitzer sich mit anden 29 Mitgliedern in der Höhle verschanzte, steht sein Haus leer

Die seit mehr als zwei Wochen in einer Höhle im russischen Wolga-Gebiet lebende Weltuntergangssekte lehnt eine Freilassung ihrer vier Kinder weiterhin ab. Russische Medien berichteten, Mittelsmänner hätten zu einem achtjährigen Mädchen unter den insgesamt 29 Sektanhängern Kontakt gehabt. Dem Kind gehe es demnach gut. Die Polizei in Pensa untersagte laut der Agentur Itar-Tass am Montag erstmals die Arbeit von Journalisten an Ort und Stelle - "aus Sicherheitsgründen".

Spekulationen. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Sicherheitskräfte wollten die Höhle stürmen. Die Behörden wiesen dies zurück. Die Sektenmitglieder hatten für den Fall einer Erstürmung durch die Polizei damit gedroht, sich selbst anzuzünden.

Fakten

Augenzeugen sagen, der Anführer hätte den Sektenmitgliedern jeden Kontakt zu Freunden und Verwandten verboten. Die Kinder seien nicht zur Schule gegangen, die Erwachsenen hätten nicht gearbeitet.

Weltuntergang im kommenden Mai. Die Anhänger der "Wahren russisch-orthodoxen Kirche" warten auf den Weltuntergang im kommenden Mai. Der 43 Jahre alte Anführer, der selbst nicht mit in die Höhle gegangen war, ist nach Angaben der Polizei in die Psychiatrie eingewiesen worden. Augenzeugen sagten dem verheirateten Akademiker und Vater eines 18-jährigen Sohnes "große manipulative Fähigkeiten nach". Er hatte seine Anhänger aufgefordert, unter der Erde auf den Weltuntergang zu warten. Vertreter von Behörden und der russisch-orthodoxen Kirchen versuchen vergeblich, die teils hochgebildeten Höhlenbewohner zur Aufgabe zu bewegen.

16 Monate altes Baby. Nach Medienberichten befinden sich die Menschen, unter ihnen auch ein 16 Monate altes Mädchen, seit Oktober mit Gasflaschen, Kerosin und Lebensmittelvorräten in ihrem unterirdischen Versteck. In der Nähe der Höhle halten Polizisten rund um die Uhr Wache. Die Menschen im angrenzenden Dorf Poganowka hatten die Sektenanhänger, die nicht arbeiteten, ihre Kinder zu Hause behielten und jede moderne Technik ablehnten, in den vergangenen Monaten zwar argwöhnisch beobachtet, aber in Ruhe gelassen.


Fakten

Die Regierung und die Russisch-Orthodoxe Kirche beklagen eine massive Ausbreitung religiöser Sekten seit dem Ende der Sowjetunion. Vor allem in den 1990er Jahren fanden Sekten aus dem Ausland regen Zu-lauf, weil es vielen Menschen an Orientierung fehlte.

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