"Sexualassistent" für Behinderte als neue Dienstleistung?
Grazer Unternehmen Alpha Nova setzt sich für ein selbstbestimmtes Sexualleben von Behinderten ein und erstellte den Lehrgang zum "Sexualassistenten". Passendes Gesetz fehlt noch.

Foto © APASexualassistenz für Behinderte wird bereits in Deutschland und der Schweiz angeboten
Ein Sexualassistent unterstützt Behinderte im Erleben ihrer Sexualität", erklärte Margit Schmiedbauer vom Grazer Unternehmen Alpha Nova, das eine Einführung von Sexualassistenz in der Steiermark unterstützt. "Das Angebot ist gedacht für volljährige Frauen und Männer mit Lernschwierigkeiten oder Behinderung, bei denen ganz klar - verbal oder nonverbal - Wunsch und Wille dazu gegeben sind." Im Zuge des Projekts "Libida" wurde ein Lehrgang erarbeitet, der starten soll, sobald es eine rechtliche Grundlage für Sexualbegleitung in der Steiermark gibt.
Fakten
Der Lehrgang soll rund 120 Einheiten umfas-
Angebot. Das Angebot eines Sexualassistenten könne von einer Begleitung und
Beratung beim Kauf von sexuellen Hilfsmitteln über Massagen und
zärtlichen Berührungen bis hin zur Hilfe bei der Selbstbefriedigung
und zum Geschlechtsverkehr reichen, führte die zweite
Projektverantwortliche Doris Krottmayer aus. "Das Angebot richtet
sich ganz speziell nach den Wünschen des Einzelnen." .
Interessenten. Die Tabuisierung des Themas solle fallen, hieß es. "Es haben sich
schon Interessenten gemeldet, die Sexualassistenz machen wollen.
Einige Anfragen zum Thema sind auch aus anderen Bundesländern
gekommen", berichtete Schmiedbauers Kollegin Doris Krottmayer. Zum
Teil seien es Menschen, die aus dem Berufsfeld kommen wie
Behindertenpädagogen, aber auch Berufsfremde. Wünschenswerte
Sexualbegleiter wären auch behinderte Menschen selbst.
Ausbildungskonzept steht. Ein Ausbildungskonzept kann das Team zwar vorlegen - umgesetzt
wird es vorerst aber noch nicht: "Sexualassistenz fällt durch die
sexuelle Handlung unter das steirisches Prostitutionsgesetz. Das
heißt, die Person müsste sich als Prostituierte registrieren, auch
wenn sie keinen Oral- oder Geschlechtsverkehr anbietet und müsste
sich somit u.a. wöchentlich einer kostenpflichtigen ärztlichen
Untersuchung unterziehen", erklärte Krottmayer. "Sexualbegleitung
kann nur offen und transparent funktionieren, deshalb braucht es
gesetzliche Rahmenbedingungen", meinte Schmiedbauer.
Rechtliche und finanzielle Situation unklar. Seitens des Landes Steiermark, das "Libida" mit insgesamt rund
90.000 Euro unterstützt hat, zeigte man sich noch verhalten: Man sei
überzeugt, dass behinderte Menschen ebenso Recht auf ein
selbstbestimmtes Leben hätten, meinte Landtagsabgeordneter Johannes
Schwarz, der Sozialreferent LHStv. Kurt Flecker (S) vertrat. Es
müssten aber erst Fragen wie die rechtliche und finanzielle Situation
geklärt werden. "Grundsätzlich ist natürlich die Bereitschaft da, was
man finanziell angestoßen hat, auch weiterzuführen", meinte Schwarz.
In welcher Weise, werde sich zeigen.
Features
Projekt "Libido"
Das Projekt "Libida", das im September 2006 gestartet wurde, läuft noch bis Dezem-
Berufsbild
Das Angebot eines Sexual-











