Gewaltwelle gegen Promis in Italiens Städten
In Italiens Städten werden Prominente immer öfter brutal überfallen und dann ausgeraubt. Rund 1000 Tatverdächtige sind bis zum Herbst 2007 festgenommen worden.

Foto © APAAuch Sängerin Milva wurde Opfer eines Überfalls
Immer mehr Menschen in Italien werden Opfer von Überfällen in ihren eigenen Wohnungen. Betroffen sind vor allem Prominente. In der Nacht auf Dienstag starb in Mailand ein bekannter Frauenarzt, nachdem er von einer osteuropäischen Bande in seiner Wohnung beraubt und geschlagen worden war. Der Mediziner erlag gestern seinen Verletzungen. Die brutalen Kriminellen erbeuteten mehrere wertvolle Gemälde.
Hotel für Milva sicherer.
Auch die Schauspielerin und Sängerin Milva wurde in den vergangenen Wochen Opfer eines Überfalls in ihren eigenen vier Wänden. Zwei Männer drangen in die Wohnung der 68-Jährigen ein und räumten ihren Tresor aus. "Ich dachte, sie würden mich töten. Seitdem erwäge ich, meine Wohnung zu verlassen und in ein Hotel zu ziehen. Ich fühle mich in meiner Wohnung sehr unsicher", so die Künstlerin.
Mailand führt Liste an.
Der Geschäftsführer des italienischen Fußball-Erstligisten Adriano Galliani wurde kürzlich ebenfalls ausgeraubt. Die Gauner drangen in seine Wohnung in Mailand ein und raubten Juwelen und Geld. Mit 6,2 Fällen pro 100.000 Einwohnern führt Mailand die Liste der italienischen Städten mit den meisten Wohnungsüberfällen an.
Auch Rom betroffen.
Die Welle der Raubüberfälle macht an den Toren Mailands nicht Halt: In Rom wurden bekannte Persönlichkeiten in jüngster Zeit ebenfalls
immer häufiger Opfer von Kriminellen. Der römische Unternehmer Sergio Paolantoni, Präsident der Gastronomiekette Palombini, wurde in dieser Woche vor seiner Wohnung im Nobel-Viertel Camilluccia angegriffen.
Brutal geschlagen.
Die mit Stöcken bewaffneten Kriminellen schlugen auf ihn ein und raubten 5.000 Euro sowie seine Golduhr. Auch der TV-Journalist Lamberto Sposini und der Regisseur Giuseppe Tornatore wurden in den vergangenen Wochen angegriffen, geschlagen und bestohlen. Tornatore musste nach dem Überfall mehrere Tage im Spital verbringen.
Features
Brutale Täter
In den ersten acht Monaten dieses Jahres nahm die Polizei 957 Personen nach Über-
fällen in norditalienischen Villen fest. Die Beutezüge in der Region sind zu einem Riesenproblem geworden: Ganze Familien werden mit Gas betäubt, geschlagen, gefesselt und beraubt.
Die Täter, die vor den Überfällen oft Kokain nehmen, gelten laut Polizei als besonders brutal.










