Sex-Affäre des FC Thun kommt vor Gericht
Zwölf ehemalige und aktuelle Spieler des FC Thun wurden verhaftet, für Konsequenzen wartet der Vereinspräsident auf Ergebnisse der Strafuntersuchung.

Foto © ReutersSchwere Vorwürfe gegen einige Spieler von Rene von Eck
Die Sex-Affäre des Schweizer
Fußball-Traditionsclubs FC Thun hat im vergangenen November die
Sportwelt erschüttert. Nun beginnt am Donnerstag die juristische
Aufarbeitung des Falls - allerdings unter Ausschluss der
Öffentlichkeit. Die zuständige Thuner Einzelrichterin hat einem
entsprechenden Begehren des Opfers stattgegeben, wie aus einer
Mitteilung des Gerichts hervorgeht. Allfällige Urteile will die
Richterin in anonymisierter Form bekanntgeben.
Aufschluss.
Deshalb ist nicht klar, ob die gerichtliche Beurteilung der
Öffentlichkeit tatsächlich Aufschluss über das Ausmaß der Affäre
gibt. Seit deren Auffliegen wurde immer wieder Kritik laut, die
Berner Untersuchungsbehörden hätten den Fall durch offensive
Informationspolitik aufgebauscht, und die Medien seien dankbar auf
den Zug aufgesprungen.
Hintergrund.
Die Behörden hatten im vergangenen November mitgeteilt, zwölf
aktive oder ehemalige Spieler des FC Thun sowie neun Außenstehende
wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen
festgenommen zu haben. In der Folge wurden 13 Personen angezeigt,
zwei Anzeigen betrafen aktive Spieler des FC Thun.
Verbleib im Kader.
Der FC Thun seinerseits stellte sich lange hinter die mutmaßlich
betroffenen aktiven Spieler und beließ sie vorderhand im Kader. Dabei
pochte die Vereinsleitung auf die bis zu einem vorliegenden Urteil
geltende Unschuldsvermutung. Erst unter dem Druck von Öffentlichkeit
und Schweizer Fußballverband suspendierte der Verein Ende Februar
zwei aktive Spieler der ersten Mannschaft und zwei Aktive der
U-21-Mannschaft.











