Jetzt dämmert es auch den Einbrechern
Jeder Saison ihre Verbrechen: Die Polizei warnt wieder verstärkt vor Dämmerungseinbrechern. Viele machen ihnen die Arbeit auch leicht.

Foto © kk/Polizei TschuschnigDie Opfer werden vor dem Einbruch ausgekundschaftet
Es ist ja nicht so, dass Einbrecher in Kärnten nicht das ganze Jahr über Saison hätten. Doch gibt es Zeiten im Jahreslauf, an denen sich diese unangenehmen Zeitgenossen bestimmte Begleitumstände zunutze machen. Die klassischen Urlaubsmonate im Sommer etwa. Oder wenn die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden. Dann gehen mit Vorliebe Dämmerungseinbrecher ans Werk.
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Dämmerungseinbruch.
Wann die Täter tatsächlich zuschlagen, liegt allerdings - im wahrsten Sinn des Wortes - im Dunkeln. "Meist gehen die Menschen in der Früh außer Haus und kehren erst am Abend wieder zurück. Dann merken sie, dass ungebetener Besuch da war, wissen aber nicht, wann sie zugeschlagen haben", erklärt Michaela Kohlweiß, Leiterin der Kriminalpolizeilichen Abteilung bei der Sicherheitsdirektion Kärnten. "Der Begriff Dämmerungseinbruch ist daher schwammig."
Berüchtigte Ost-Banden.
Trotzdem: In den Ballungszentren Klagenfurt und Villach, aber auch in den größeren Bezirkshauptstädten schlagen im Herbst Einbrecher vermehrt zu. Die berüchtigten Ost-Banden sind genau so engagiert wie Einheimische. "Bei Einbrüchen im Großraum Villach sind die Täter häufig im oberitalienischen Raum zu Hause", sagt Oberstleutnant Herbert Rogl, stellvertretender Leiter der Kriminalabteilung. "Über die Autobahn sind sie leider sehr schnell wieder weg."
Opfer ausgekundschaften.
Vor Einbrüchen wird das Objekt meist ausgekundschaftet. So etwas kann Tage dauern, bevor es zur Tat kommt. Was oft leicht geht: "Bei Terrassentüren schauen sie immer als Erstes, ob die offen ist", kennt Rogl die Schwachstelle der Einfamilienhäuser. Aber auch angelehnte Leitern wirken fast wie eine Einladung. Und: "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", warnt Rogl.
Vorbeugung.
Beseitigt ein Hausherr zumindest einmal diese Sicherheitslücken, hat er schon viel erreicht. "Mit einer Zeitschaltuhr kann man zum Beispiel in einem verlassenen Haus ab 16 Uhr Leben vortäuschen", empfiehlt Rogl. "In gefährdete Gebiete schicken wir in dieser Jahreszeit vermehrt Streifen, auch in Zivil." Was aber die Exekutive schon erwartet, ist ein gewisser Grad an Eigenverantwortung: Verbrechensbekämpfung und -vorbeugung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wird betont.
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