Kinderpornoring: Spur führt auch nach Kärnten
Italiener mit 70.000 Euro Bargeld kurz vor Fluchtversuch verhaftet. Kärntner unter schwerem Verdacht. Filmstudio in Ukraine ausgehoben.
Dieser Fall zeigt in erschütternder Weise, wie Kinder als Pornodarsteller missbraucht werden." So kommentiert ein Ermittler den jüngsten Fall eines Kinderpornoringes, in den auch ein Kärntner involviert sein soll. Chefinspektor Gerhard Schadenbauer, Leiter der Gruppe "Sittlichkeitsdelikte" im Landeskriminalamt will zum aktuellen Ermittlungsstand keine Stellungnahme abgeben. Aus dem Bundeskriminalamt sickerte durch, dass 13 Österreicher - unter ihnen auch ein Kärntner - in den Fall involviert sein sollen.
Vor Flucht gefasst.
Ausgangspunkt für weltweite Ermittlungen war im Vorjahr Australien. Internetfahnder stießen auf Kinderporno-Videofilme. In weiterer Folge konnte die Spur zu einem 42-jährigen Unternehmer aus der oberitalienischen Stadt Ferrara, rund 60 Kilometer südwestlich von Venedig aufgenommen werden. Der Mann unterhielt in der Ukraine ein professionelles Filmstudio, in dem Kinderporno-Videos hergestellt worden sein sollen. Mit 70.000 Euro Bargeld im Aktenkoffer klickten für den Italiener kurz vor seiner vorbereiteten Flucht die Handschellen.
Anzeigen in Kärnten.
Zwei Mädchen im Alter von elf und zwölf Jahren aus Belgien sollen von ihrem eigenen Vater gezwungen worden sein, vor der Kamera der Kinderpornoproduzenten zu agieren. Derzeit geht man davon aus, dass rund 50.000 Bestellmails aus 30 Ländern bei den Pronoherstellern eingegangen sind. "Durch erhöhten Ermittlungsdruck haben wir in Kärnten heuer bereits über 20 Anzeigen wegen Verstöße gegen das Kinderpornografiegesetz", so Schadenbauer.










