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Zuletzt aktualisiert: 01.11.2007 um 16:52 Uhr

Firmenchef hat eigenen Geldtransport überfallen

Motiv für die Tat dürften Geldsorgen gewesen sein, der Täter beging Selbstmord, sein Komplize ist voll geständig.

Überfall auf diesen Geldtransporter war fingiert

Foto © APAÜberfall auf diesen Geldtransporter war fingiert

Gemeinsam mit dem langjährigen Fahrer (51) - ihm war ein sechsstelliger Eurobetrag versprochen worden - hatte sich Jürgen L. (39) verabredet. Der Plan, den eigenen Geldtransporter überfallen zu lassen und damit alle finanziellen Probleme im Firmen- und Privatbereich zu lösen, schien auch aufzugehen. Der 51-jährige Linzer hatte Mittwoch früh auf dem Firmengelände drei Geldkoffer - eine Summe will die Polizei nicht bekannt geben, es soll sich aber um einen Millionen-Euro-Betrag gehandelt haben - in einen gepanzerten Wagen geladen, als er von einem vorerst unbekannten Mann mit einem Pfefferspray außer Gefecht gesetzt wurde. Der Täter flüchtete mit dem Transporter Richtung Ortszentrum und parkte ihn hinter dem Firmengelände.

Erster Verdacht. "Nach Sichtung der Überwachungsvideos ergaben sich Widersprüche mit den Erstaussagen des Fahrers. Zudem war auf dem Video nirgends ein Unbekannter zu sehen", schilderte Ermittlungsleiter Oberstleutnant Erwin Meindlhumer. Noch am Mittwoch war klar, dass "der Fahrer in die Tat involviert war". Der Mann wurde noch am Abend verhaftet.

Kopfschuss. Donnerstagfrüh nahm der Millionencoup eine "dramatische Wendung", so Meindlhumer. Der Firmenchef war von den Fahndern gebeten worden, die Einfahrtsschleuse des Firmengeländes zu öffnen. Der Mann sagte sein Kommen telefonisch zu - doch wenig später hörten die Fahnder im Funk, dass die Polizei wegen eines Selbstmordes alarmiert worden war. Es war der Unternehmer. Der 39-Jährige hatte sich, nachdem er seiner Frau die Tat gestanden hatte, mit einem Revolver 357 Magnum in den Kopf geschossen.

Geständnis. Darauf hin legte der Fahrer des Geldtransporters ein umfassendes Geständnis ab. Er sei vor einer Woche in die Pläne des Chefs eingeweiht worden, habe den Überfallenen gespielt und sei dabei tatsächlich mit einem Pfefferspray attackiert worden. Gegen den Mittäter wurde der Haftbefehl aufgehoben, der Mann auf freiem Fuß angezeigt. Die gesamte Beute konnte auf dem Firmengelände sichergestellt werden. Landespolizeikommandant Andreas Pilsl lobte die "hoch qualitative, prompte Aufklärungsarbeit" seines Teams.

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