Zügel für eine ungehemmte Wirtschaft
Eine Zukunftstagung in Klagenfurt will die Diskussion über den Zustand der Welt in Gang setzen.
Einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Erde wollen das "Bündnis für eine Welt" und zwei Dutzend andere Organisationen an diesem Freitag und Samstag leisten. "Welche Zukunft machen wir?" heißt die Tagung, bei der es um die Stärken und Schwächen des Global Marshall Plans zur Umverteilung zugunsten der dritten Welt geht.
Meilenweit entfernt.
Entwicklungshelfer Gerhard Payr schätzt zwar "die Zustandsanalyse des ökosozialen Forums, dass die Spielregeln der Weltwirtschaft nicht ausreichen, um der zügellosen Marktwirtschaft Einhalt zu gebieten". So seien etwa die meisten Staaten noch meilenweit von den Millenniums-Vereinbarungen entfernt (mehr Geld für die Entwicklungshilfe, mehr Bildung, Halbierung der Armut, sauberes Trinkwasser).
Therapie der Weltkrise.
Was die Therapie der Weltkrise angeht, gibt es aber heftige Zweifel an den Vorschlägen des Global Marshall Plans (der Name wurde in Anlehnung an das Wiederaufbauprogramm in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg gewählt). Payr: "Man geht davon aus, dass die reichen Länder den armen Ländern freiwillig sowieso nichts geben. Deshalb müsse mehr Reichtum geschaffen werden, der dann zum Großteil der dritten Welt zugute kommen soll." Wie der neue Reichtum entstehen soll, gibt Payr und vielen Mitstreitern zu denken: "Es soll einfach zehn Mal so viel produziert werden wie bisher...!" Was das für Klima und Umwelt bedeutet, daran will der Entwicklungshelfer nicht einmal denken.
Features
Tagung
Freitag, 2.11. ab 13.30 Uhr an der Universität Klagenfurt. Begrüßung, Referate und Diskussion mit Elmar Altvater und Josef Riegler. Samstag ab 8.30 Uhr: Referat Theo Rauch, Arbeitskreise, Plenum.










