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    Zuletzt aktualisiert: 16.10.2007 um 19:56 Uhr

    Wein-Etiketten mit Hitler-Konterfei wieder freigegeben

    Die Bozener Staatsanwaltschaft hat 20.000 Weinetiketten mit dem Hitler-Konterfei beschlagnahmt. Nun entschied ein Gericht: Die Weinkellerei Lunardelli darf den Wein doch verkaufen.

    Adolf Hitler - sein Gesicht ziert Weinflaschen eines italienischen Weinhändlers

    Foto © APAAdolf Hitler - sein Gesicht ziert Weinflaschen eines italienischen Weinhändlers

    Die im September von einem Staatsanwalt in Bozen beschlagnahmten Etiketten von Weinflaschen der Kellerei Lunardelli aus Udine, auf denen Adolf Hitler, Benito Mussolini Heinrich Himmler und Rudolf Hess abgebildet sind, sind dem Friulaner Weinhändler wieder zurückgegeben worden. Die Strafsektion des Bozner Überwachungsgerichts verfügte die Aufhebung der Beschlagnahme. Damit bekamen Lunardelli und sein Anwalt Vittorio Papa Recht, die 20.000 beschlagnahmten Etiketten und die dazugehörigen Matrizen wurden zurückgegeben, wie die Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten" am Dienstag berichtete. Der Wein dürfte in den nächsten Tagen wieder verkauft werden.

    Fakten

    Die Weinflaschen mit dem Hitler-Konterfei sind in ganz in Italien zu erhalten.

    Händler überzeugte Richter. Die Richter haben dem Weinhändler bereits zum zweiten Mal in einem ähnlichen Fall recht gegeben: Bereits im Jahr 1995 waren Weinetiketten, die das Konterfei Mussolinis zeigten, in Bozen beschlagnahmt worden - wegen "Verharmlosung des Faschismus". Der Händler hatte die Richter damals überzeugen können, keinerlei politische Ziele zu verfolgen und der Fall war ad acta gelegt worden.

    Kultobjekte für manche Sammler. Lunardelli weist jeglichen Vorwurf der Nostalgie und Verharmlosung von Faschismus und Nationalsozialismus zurück. "Vollkommen unparteiisch" biete er auch der politisch links orientierten Kundschaft Flaschen mit den Etiketten Marx, Stalin, Lenin oder Che Guevara an. Die inzwischen 50 verschiedenen Etiketten wurden zum - fragwürdigen - Kultobjekt für so manche Sammler. Die "historische" Kollektion macht inzwischen die Hälfte des Umsatzes seines Betriebs aus.


    Fakten

    Der Bozner Staatsanwalt Cuno Tarfusser hatte am 19. September die Beschlag-nahme der Etiketten wegen "Verherrlichung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit"angeordnet.

    Foto

    Foto © AP

    Bild vergrößernAber nicht nur Hitler, auch Mussolini, Stalin oder Lenin sind vertretenFoto © AP

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