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    Zuletzt aktualisiert: 13.10.2007 um 20:16 Uhr

    Warum wir immer leer ausgehen

    Seit mehr als 30 Jahren ist kein Österreicher dabei, wenn in Stockholm die Nobelpreise in Physik, Chemie und Medizin vergeben werden. Eine Ursachenforschung.

    Alfred Nobel

    Foto © APAlfred Nobel

    Freude um den Literaturnobelpreis an Elfriede Jelinek vor zwei Jahren, Schulterklopfen bei den heimischen Klimaschutz-Experten über den diesjährigen Friedensnobelpreis - aber in den naturwissenschaftlichen Disziplinen geht Österreich, anders als Deutschland, Frankreich oder die Schweiz, seit Jahrzehnten leer aus. Die letzten "echten" Nobelpreisträger waren Konrad Lorenz und Karl von Frisch 1973. Es gibt viele Gründe, warum die Alpenrepublik zwar in der Musik Weltspitze ist, nicht aber in den Naturwissenschaften. Drei Experten, Georg Stingl, Sekretär der naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, und die Rektoren der Technischen Universitäten Wien und Graz, Peter Skalicky und Hans Sünkel, analysieren die Gründe.

    Fakten

    Die Verleihung erfolgt am Todestag des Sti-
    ters Nobel, am 10.12. in Stockholm. Preisgeld: 1,1 Mio. Euro.

    1. Österreich ist ein kleines Land. Das ist zwar ein Faktor, aber nicht der wichtigste, wenn man es mit der Schweiz vergleicht", sagt Stingl. Dies erkläre aber sehr wohl, warum man in der Zeit der Monarchie und der Zwischenkriegszeit so gut abgeschnitten habe: "Es gab damals eine kritische Masse sehr guter Leute, die aus der ganzen Monarchie kamen."

    2. Es gibt zu wenig Geld für Grundlagenforschung. Peter Skalicky: "Heutzutage ist es selten, dass Einzelkämpfer den Nobelpreis bekommen. Die meisten stammen aus großen Zentren. Was wir brauchen, ist eine verlässlich etatisierte Infrastruktur." Doch der TU-Rektor betont, dass Österreich durchaus Kandidaten für Preise hätte, etwa am Institut für Quantenoptik in Innsbruck und Wien.

    3. Die Vertreibung oder Vernichtung der Intelligenz vor dem Krieg, im Krieg und danach. "Es gab einen richtigen Braindrain in diesen Jahren", ist Stingl überzeugt. "Nach dem Krieg haben wir in einem technologischen Notstandsgebiet gelebt". Auch Hans Sünkel analysiert: "Österreich war kriegsgeschädigt, die Siegesgewissheit war abhanden gekommen." Alle Experten verweisen darauf, dass speziell die USA in großem Stil damals Spitzenforscher eingekauft hätten.

    4. Österreich ist wenig technologiefreundlich. "Wir sind ein traditionell wissenschaftsfeindliches Land. Man muss nur an Stammzellenforschung oder Atomtechnik denken. Die Naturwissenschaften hatten nie jenes Ansehen wie die Musik", sagt Stingl. "Bei uns sekkiert man die Unis mit dem Thema freier Hochschulzugang, das löst flächendeckende Debatten aus, statt dass man eine Infrastruktur bereitstellt", moniert Kalicky.

    5. Das Schulsystem lässt zu wünschen übrig. "In den Schulen wird zu wenig Wissenschaftspflege getan. In den USA, Großbritannien bemüht man sich, Eliten zu schaffen", sagt Stingl. "In unserem Mittelschulsystem wird den Schülern ja richtiggehend abgeraten, technische und naturwissenschaftliche Studien zu besuchen", wettert Skalicky. Bei uns sei man ja sogar noch stolz darauf, wenn man nicht verstehe, wie eine Funkuhr, ein Kompass oder ein Barometer funktioniere.


    Fakten

    Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits, verfügte 1895 in seinem Testament, eine Stiftung möge die besten naturwissenschaftlichen Leistungen (dazu noch Preise für Literatur und Frieden) auszeichnen. Heute bildet der Preis die Spitze der Rangleiter innerhalb der Wissenschaften, unerreicht von jedem anderen Preis.

    Fotoserie

    Mythos

    Gäbe es diesen Preis nicht, müsste man ihn erfinden: Es gibt keine andere Auszeich-
    nung auf der Welt, die so geheimnisumwittert, so prestigeträchtig und so wegweisend ist.

    Foto

    Foto © APA

    Was macht Österreich falsch?Foto © APA

    Ausgesorgt

    Ein Nobelpreisträger hat ausgesorgt: Er kann forschen, was er will, und ist eine gefragte Person bei Forschungs- und Bildungsdebatten.

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