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Zuletzt aktualisiert: 13.10.2007 um 05:00 Uhr

Anders sein soll kein Hindernis sein

Mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und stärkere Integration in den Arbeitsmarkt fordert Sozialkongress in Klagenfurt.

Würden Sie gerne gegen Ihren Willen aufgrund des Rates eines Psychologen in ein Heim kommen, wo Sie sich nur in Ihrer Gruppe Freunde suchen können, wo ein Betreuer über Ihre Freizeit entscheidet und wo Sie kaum Freiraum haben, eine Liebesbeziehung zu leben? Sicherlich nicht. Für viele Menschen mit Beeinträchtigung ist eine derartige Lebenssituation aber Realität. Große unüberblickbare Strukturen lassen kaum Spielraum für andere Lösungen. Daher fordern die Teilnehmer des derzeit laufenden Kongresses "get on board" in ihrer "1. Deklaration von Klagenfurt" kleine, überblickbare Strukturen, wo individuelle, bedürfnisorientierte Betreuung und Mitbestimmung der Betroffenen möglich ist.

Integration. Die Integration von Beeinträchtigten in den Arbeitsmarkt ist eine weitere Forderung des Kongresses, der vom Integrationsfachdienst "autArK" und von "Jugend am Werk" organisiert wurde. Immer mehr Unternehmer seien bereit, beeinträchtigte Arbeitskräfte aufzunehmen, aber die Initiative müsste "autArK" ergreifen, sagt Andreas Jesse vom Verein "autArK", der heuer 10-Jahr-Jubiläum feiert. "Bei beeinträchtigten Arbeitslosen bieten wir Hilfestellungen für den Unternehmer an", bekräftigt Josef Sibitz, Leiter des Arbeitsmarktservice Kärnten.

Positivbeispiel. Die Positivbeispiele reichen aber nicht aus. Daher wünscht Jakob Hudelist vom Bundessozialamt eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und Strukturen, wo Betroffene Betroffene beraten. Barrierefreiheit und Bezahlung statt Taschengeld wünscht Nico Sowa, betroffener "autArK"-Mitarbeiter. Für all das müsste das Sozialbudget für Behinderte massiv aufgestockt werden, fordert Sozialreferentin Gabi Schaunig. "Wir liegen weit hinter Salzburg und Steiermark zurück." Die Deklaration ergeht an Landesregierung und Landtag.

ELKE FERTSCHEY

Recht auf Arbeit

Recht auf Arbeit mit individueller Arbeitszeit und Mindestsicherung bei Leistungsausfall.

Bezahlung

Bezahlung statt Taschengeld in geschützten Werkstätten. Teilhabe am Gesellschaftsleben.

Integration

Integration, die das gesamte Leben des Behinderten umfasst.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit auch bei Verkehrsmitteln und im Sport.

Sexualität

Sexualität leben dürfen. Selbstbestimmung statt Zwangsbeglückung.

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