Viren treiben Patienten in die Arztpraxen
Welle an grippalen Infekten setzt Kärntnern zu. Besorgte Patienten decken sich mit Impfstoff ein. Fünf Prozent der Erkrankungen arten aus.

Foto © APAEin, zwei Tage sind mindestens nötig, um die Infektion zu überwinden. Tee und Medizin helfen
Milliarden Viren stürzen sich auf die - vom Herbstwetter geschwächten - Kärntner. Haken sich in ihre Mundschleimhäute. Bohren sich in menschlichen Zellen, manipulieren deren Gene und zwingen sie, Viren zu produzieren, bis sie platzen. Aus einem Virus werden hunderte - auf der Suche nach neuen Opfern. Die Menschen wollen das Virus verbrennen - und fiebern. Sie wollen die Viren entfernen - mit Schnupfen oder Durchfall. Kurz: Es ist Übergangszeit - Hochsaison für grippale Infekte.
Grippemittel
Regelrechter Ansturm. Arztpraxen und Apotheken sind voll. Christina Kollmitzer von der Engel-Apotheke in Klagenfurt: "An den Vormittagen haben wir einen regelrechten Ansturm. Die Kunden holen sich vor allem Schleim lösende Mittel in Brausetabletten-Form, Echinacin oder Mulitvitamin-Präparate zur Stärkung der Immunabwehr." Viele Ärzte greifen zu schweren Geschützen und verschreiben Antibiotika. "Immer mehr Leute kaufen das Mittel für die Grippeschutzimpfung." Kein Wunder, nach dem Engpass im Vorjahr.
Grippale Infekte. Kinderarzt Peter Kitzler aus Klagenfurt kann kaum sprechen, seine kleinen Patienten haben ihn angesteckt. "Eltern haben mir berichtet, dass es in manchen Klassen kaum noch zehn gesunde Schüler gibt", berichtet er. Nach den Ferien kommen die Kinder in die Schulen und Kindergärten, bilden große Gruppen und stehen in engem Kontakt zueinander. "Grippale Infekte wie auch die echte Grippe werden hauptsächlich durch Kinder verbreitet", so Kitzler.
Erkrakungen. Dazu passt, dass die Kärntner Gebietskrankenkasse (GKK) nächste Woche mit der Grippeschutzimpfungs-Aktion beginnt wie auch, so Direktor Alfred Wurzer, "mit der gesonderten Auszählung der Grippekranken" beginnt. "Die meisten Erkrankungen verlaufen harmlos und dauern höchstens ein paar Tage, doch bis zu fünf Prozent können zur Superinfektion werden und sich - wenn Bakterien hinzukommen - zur Lungenentzündung entwickeln", so GKK-Primar Wilfried Peters.
Vision. Seine unangenehme Vision: "Durch den Klimawandel verändern sich nicht nur Flora und Fauna. Auch Virenerkrankungen treten an neuen Orten auf."
Ob das auch Kärnten trifft?
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Interview
Medikamente
Zink, Brause & Co. Mit einer Palette von Medikamenten rücken Ärzte und Patienten dem Virus zu Leibe - ange-
fangen von Multivitamin- und Vitamin C mit Zink-Präparaten über Schleim lösende Mittel in Brause-
form bis hin zu Antibiotika und - zur Vorbeugung - Echinacin-Produkte. Viele kaufen Grippeimpfschutz.











