Studium: Halbe Studiengebühren bei Job?
Die Universitäten lehnen den jüngsten Vorschlag von Wissenschaftsminister Hahn ab: Dieser sieht günstigere Studiengebühren für jene vor, die berufstätig sind.

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Die Universitäten lehnen das von
Wissenschaftsminister Johannes Hahn seit mehreren Monaten
propagierte Modell eines Teilzeitstudiums, für das auch nur ein Teil
der Studiengebühren zu entrichten ist, ab. Prinzipiell unterstützt
die Universitätenkonferenz (uniko, vormals Rektorenkonferenz) eine
Neuregelung für Teilzeitstudierende, die von Hahn vorgeschlagene
Lösung - "halbe Studienbeiträge für die Hälfte der Prüfungen" - sei
aber "zu simpel", heißt es am Donnerstag in einer Aussendung der
uniko.
Neues System gefordert. Die Unis fordern dagegen eine "tatsächliche Systemumstellung der
Universitätsfinanzierung". Die Bezahlung der Studiengebühren sollte
an die Anzahl der absolvierten Lehrveranstaltungen bzw. an das
Leistungspunktesystem (ECTS) geknüpft werden. Studierende, die
weniger in Anspruch nehmen, sollten daher auch weniger bezahlen als
jene, die mehr in Anspruch nehmen. Was die Unis nicht explizit sagen,
ein solches System aber bedeuten würde: Mit Studiengebühren in Höhe
von 363 Euro pro Semester würde man bei einem solchen Modell wohl
kaum das Auslangen finden.
Einheitliche Lösung gefordert. Auch wenn Hahn noch darüber diskutieren will, macht er klar, dass
eine solche Teilzeitregelung für alle Unis zu gelten habe und nicht
in deren autonome Entscheidung falle. "Das muss schon einheitlich
sein", sagte er, auch wenn es etwa bei den Studiengebühren für
Studenten aus Entwicklungsländern den Unis überlassen ist, ob sie
Ermäßigungen geben oder nicht. Ob es die Teilzeit-Regelung auch für
FH geben werde, müsse man noch diskutieren. Wobei Hahn klarmacht,
dass er nichts davon hält, dass einige FH ganz auf Studiengebühren
verzichten, gleichzeitig aber eine Anpassung der Bundeszuschüsse pro
Studienplatz fordern.
Gutachten bis Mai. Welches Modell nun tatsächlich kommt, wird sich in den nächsten
Monaten weisen, in denen Hahn nicht nur mit den Unis, sondern auch
mit dem Koalitionspartner über den Entwurf einer Novelle zum
Universitätsgesetz (UG) verhandeln muss. Der Begutachtungsentwurf
soll jedenfalls im Mai vorgelegt werden.
Features
Fakten
Speziell im Fach Medizin drängen vor allem deutsche
"Numerus-Clausus-
Flüchtlinge" auf heimische
Unis. 2006 wurde eine Quotenregelung eingeführt,
wonach 75 Prozent der verfügbaren Plätze für Österreicher, 20 Prozent
für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger reserviert sind.
Die
EU-Kommission hält die Quote für "diskriminierend".
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