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Zuletzt aktualisiert: 07.10.2007 um 12:17 Uhr

Entsetzen nach der "Schlacht von Bern"

Linksautonome störten - zwei Wochen vor der Schweizer Parlamentswahl - eine Kundgebung der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Polizei wird Versagen vorgeworfen. SVP verlangt, der Schweiz die Euro wegzunehmen.

Foto © AP

Nach den Krawallen, die am Vortag Bern erschütterten, zeigten sich am Sonntag Politiker aller Couleurs entsetzt, gegenseitige Schuldzuweisungen machen die Runde und der Polizei wird Versagen vorgeworfen. Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey (SP) verurteilte die "Schlacht von Bern": Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist ein Fundament unserer Demokratie", sagte sie in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". "Es ist unzulässig, dass einige Extremisten diese Rechte durch Gewalt beschneiden."

Versagen. Für die SVP ist klar, dass die Polizei versagt hat. Parlamentarier der Partei verlangen nun, der Stadt, einer der vier Schweizer Austragungsorte der EURO 2008, die dort geplanten Spiele wegzunehmen. Nationalrat Urlich Giezendanner ist klar, dass die Berner Polizei einen enormen Imageverlust der Schweiz verursacht hat. "Das muss Folgen haben."

Friedlicher Umzug. In der Schweizer Hauptstadt hätte am Samstag ein friedlicher Umzug von Anhängern der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) stattfinden sollen, der von einigen Dutzend Mitgliedern des linksautonomen "Schwarzen Blocks" verhindert wurde. Sie verwickelten die Polizei in Straßenkämpfe und zerstörten die auf dem Bundesplatz aufgestellte Festeinrichtung. Die SVP-Kundgebung wurde kurzfristig zum Bärengraben verlegt, wo Blocher und SVP-Präsident Ueli Maurer in improvisierten Reden die Verletzung der Meinungsäußerungsfreiheit anprangerten. Blocher gab der rot-grünen Berner Stadtregierung die Schuld an den Ereignissen. Maurer sprach von einem "Skandal, dass Chaoten die größte Schweizer Partei daran hindern können, ihre Meinung frei zu äußern".

Schwarzer Tag. Der Berner Polizeidirektor Simon Hügli (FDP) sprach noch am Abend von "einem schwarzen Tag für die Demokratie" und nahm aber zugleich die Polizei in Schutz. Deren Vorbereitungen seien richtig gewesen, die mehreren Hundert Sicherheitskräfte aus drei Kantonen hätten das "Gröbste an Schäden verhindern können".

Verletzte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur sda gab es bis Samstagabend 21 Verletzte, darunter 19 Polizisten, und 42 Festnahmen. Bei den Randalen entstand Sachschaden von mehreren 10.000 Euro.


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Bild vergrößernPolizei griff hart durchFoto © APA

Fakten

Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in der Schweiz haben hunderte linke Demonstranten der Polizei in Bern eine Straßen-
schlacht
geliefert und massive Schäden angerichtet. Die maskierten Autonomen stoppten einen Umzug von rund 10.000 Anhängern der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und randalierten dann auf dem Bundesplatz.

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Bild vergrößernSchwere AusschreitungenFoto © Reuters

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