Entsetzen nach der "Schlacht von Bern"
Linksautonome störten - zwei Wochen vor der Schweizer Parlamentswahl - eine Kundgebung der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Polizei wird Versagen vorgeworfen. SVP verlangt, der Schweiz die Euro wegzunehmen.

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Nach den Krawallen, die am Vortag Bern erschütterten,
zeigten sich am Sonntag Politiker aller Couleurs entsetzt,
gegenseitige Schuldzuweisungen machen die Runde und der Polizei wird
Versagen vorgeworfen. Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey (SP)
verurteilte die "Schlacht von Bern": Die Meinungs- und
Versammlungsfreiheit ist ein Fundament unserer Demokratie", sagte sie
in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". "Es ist unzulässig, dass
einige Extremisten diese Rechte durch Gewalt beschneiden."
Versagen.
Für die SVP ist klar, dass die Polizei versagt hat. Parlamentarier
der Partei verlangen nun, der Stadt, einer der vier Schweizer
Austragungsorte der EURO 2008, die dort geplanten Spiele wegzunehmen.
Nationalrat Urlich Giezendanner ist klar, dass die Berner Polizei
einen enormen Imageverlust der Schweiz verursacht hat. "Das muss
Folgen haben."
Friedlicher Umzug.
In der Schweizer Hauptstadt hätte am Samstag ein friedlicher Umzug
von Anhängern der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei
(SVP) stattfinden sollen, der von einigen Dutzend Mitgliedern des
linksautonomen "Schwarzen Blocks" verhindert wurde. Sie verwickelten
die Polizei in Straßenkämpfe und zerstörten die auf dem Bundesplatz
aufgestellte Festeinrichtung. Die SVP-Kundgebung wurde kurzfristig
zum Bärengraben verlegt, wo Blocher und SVP-Präsident Ueli Maurer in
improvisierten Reden die Verletzung der Meinungsäußerungsfreiheit
anprangerten. Blocher gab der rot-grünen Berner Stadtregierung die
Schuld an den Ereignissen. Maurer sprach von einem "Skandal, dass
Chaoten die größte Schweizer Partei daran hindern können, ihre
Meinung frei zu äußern".
Schwarzer Tag.
Der Berner Polizeidirektor Simon Hügli (FDP) sprach noch am Abend
von "einem schwarzen Tag für die Demokratie" und nahm aber zugleich
die Polizei in Schutz. Deren Vorbereitungen seien richtig gewesen,
die mehreren Hundert Sicherheitskräfte aus drei Kantonen hätten das
"Gröbste an Schäden verhindern können".
Verletzte.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur sda gab es bis Samstagabend 21
Verletzte, darunter 19 Polizisten, und 42 Festnahmen. Bei den
Randalen entstand Sachschaden von mehreren 10.000 Euro.
Features
Fakten
Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in der Schweiz haben hunderte linke Demonstranten der Polizei in Bern eine Straßen-
schlacht geliefert und massive Schäden angerichtet. Die maskierten Autonomen stoppten einen Umzug von rund 10.000 Anhängern der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und randalierten dann auf dem Bundesplatz.













