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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2007 um 09:23 Uhr

Neues Buch über den "Kannibalen von Rotenburg"

Im Buch "Interview mit einem Kannibalen" wird der Fall des "Kannibalen von Rotenburg" mit allen grausigen Einzelheiten aufgearbeitet.

Armin Meiwes wurde zu lebenslanger Haft verurteilt

Foto © APAArmin Meiwes wurde zu lebenslanger Haft verurteilt

"Was sehen Sie, wenn Sie morgens in den Spiegel blicken? Ich sehe einen passabel aussehenden Mann, freundlich und recht beliebt. Na gut, Macken hat ja jeder." So beschreibt sich Armin Meiwes, der unter dem Namen "Kannibale von Rotenburg" im Jahr 2001 schlagartig große Bekanntheit erlangte. Er hatte seine Internetbekanntschaft Bernd Brandes im März des Jahres getötet und teilweise gegessen. Das nun erschienene Buch "Interview mit einem Kannibalen" arbeitet das Geschehene akribisch auf und spart auch nicht mit grausamen Details.

Psychogramm. Autor Günter Stampf wechselt in "Interview mit einem Kannibalen" ständig zwischen Erzählperspektive, Interviews, Aktenabschrift sowie psychiatrischen Gutachten. Daraus entsteht ein umfangreiches Psychogramm eines getriebenen Menschen. Im Mittelpunkt stehen die Aussagen von Meiwes, die der Autor durch zahlreiche Interviews im Gefängnis gesammelt hat.

Verlassen. Die Geschichte des "Kannibalen von Rotenburg" klingt fast, wie man es sich erwartet: Von allen männlichen Bezugspersonen verlassen - der Vater geht, als Armin acht Jahre alt ist, die beiden Halbbrüder folgen bald danach - lebt er nur mit seiner tyrannischen und emotionell verarmten Mutter in einem großen Gutshaus in Wüstefeld. "Ein imaginärer Bruder oder Freund wurde deshalb immer wichtiger für mich - vor allem der Wunsch, ihn in mir zu haben", erklärte Meiwes seine ersten Fantasien. Im Alter von zwölf Jahren war er laut eigener Aussage "ein gedanklich fertig ausgebildeter Kannibale".

Warnung. "Heute weiß ich, dass das, was ich gemacht habe, falsch war. Dass solche Wünsche, die Fantasien, die man hat, niemals in Erfüllung gehen können", sagt Meiwes im Rückblick. Das Buch solle auch dabei helfen, dass Menschen mit ähnlichen Neigungen im Gegensatz zu ihm früh genug einen Psychiater aufsuchen.


Foto

Foto © AP

Bild vergrößernOrt des Geschehens: Meiwes' Haus in RotenburgFoto © AP

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