Steirische Jugendliche leben mit Wut im Bauch
Aktuelle Studie bringt erschütternde Daten zutage. Kinder prügeln sich fast jeden Tag.

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Raufen, treten, prügeln, würgen, spucken, bedrohen, zwingen etwas zu tun, Gewaltvideos zeigen - fast jeden Tag sind Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren mit Gewalt konfrontiert. Vor allem Buben haben damit zu kämpfen, ihre Emotionen im Zaum zu halten. Im Rahmen einer aktuellen Studie der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz wurden 1000 Jugendliche in der Steiermark, Salzburg, Nieder- und Oberösterreich, Kärnten und dem Burgenland befragt. Die Erkenntnisse sind zum Teil erschütternd.
Alltag.
Studienleiterin Luise Hollerer: "Da wird Schlagen durchwegs als harmlos eingestuft. Es verwundert auch nicht, dass schon in diesem Alter Mobbing und körperliche Gewaltanwendung quasi Alltag sind. Stress- und Konfliktmanagement funktionieren oft nicht, da kommt es zur Eskalation." Von den 1000 Befragten gaben immerhin 820 an, fast täglich von jemandem getreten zu werden oder selbst jemanden zu treten. "770 werden fast täglich angespuckt, 780 erleben mindestens einmal pro Woche eine richtige Prügelei - und zwar aktiv."
Freizeit.
Interessant sei auch, dass in den wenigsten Fällen die Schule oder deren unmittelbare Umgebung Austragungsort der Reibereien sind. "Es ist der Freizeitbereich, zu Hause, auf dem Spielplatz, wo am meisten passiert."
Über Wut reden.
Die Pädagogin fordert nun dringend, dass diese hochemotionale Phase im Lehrplan berücksichtigt wird. "Die Lehrer müssen das thematisieren. Man muss über Wut, Gewaltbewältigung und dergleichen reden. Die Kinder brauchen Strategien. Das ist mindestens genauso wichtig wie Englisch oder Französisch." Es sei wichtig, den Kindern Varianten mitzugeben, wie man sich in einer Auseinandersetzung eine Auszeit gönnt, bis man sein Hirn beruhigt hat.
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Fakten
Mehr Details zur Studie werden am Samstag, 29. September, anlässlich der Fachtagung "Gewalt - Prävention und Intervention" im Pädagogischen Zentrum Eggenberg präsentiert.










