Cherie Blair kämpft für Atom-Spion aus Graz
Als Anwältin will die Frau des britischen Ex-Premiers Tony Blair Einblick in Geheimdienstakten erwirken. Aus denen gehe hervor, dass Paul Rosbaud vor Atombomben der Nazis gewarnt hatte.

Foto © APCherie Blair mit ihrem Ehemann Tony Blair
Die Familie eines Österreichers, der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg deutsche Atomwaffenpläne an den britischen Geheimdienst übermittelt hat, will jetzt, rund 68 Jahre später auf dem Gerichtsweg die Veröffentlichung seiner Akte erreichen.
Vorwurf.
Die britische Anwältin Cherie Blair wirft dem Geheimdienst MI6 vor, mit der andauernden Geheimhaltung eine Anerkennung für die historische Leistung des 1963 verstorbenen Paul Rosbaud zu verhindern.
Dieses Verhalten widerspreche dem Grundsatz einer transparenten Verwaltung.
Fakten
Paul Rosbaud war während des 2. Welt-
Heldenhafte Arbeit.
Die Frau des früheren Premierministers Tony Blair, die ihren Beruf unter ihrem Mädchennamen Booth ausübt, legte einen Antrag der Familie auf Veröffentlichung der MI6-Akte am Freitag in einer Anhörung vor, berichtete die Zeitung "The Guardian".
Darin erklärte sie, Paul Rosbaud habe heldenhafte Arbeit geleistet, die auch allgemein anerkannt werden sollte.
Fakten
Unklar ist, wie Rosbaud selbst so lange von der Gestapo unbehelligt seine Rolle spielen konnte.
Deckname "Greif".
Unter dem Decknamen "Griffin" ("Greif") versorgte Rosbaud London mit detaillierten Informationen über ein deutsches Atomwaffenprogramm.
Im Jänner 1939 veröffentlichte er über seine Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist Informationen über die deutsche Kernspaltungsforschung, schrieb der "Guardian".
Anwalt forderet Beweise.
Dieser Bericht habe Physiker in aller Welt alarmiert und sogar Albert Einstein veranlasst, den damaligen US-Präsidenten Franklin Roosevelt vor einer deutschen Atombombe zu warnen.
Der Anwalt des MI6, Jonathan Crow, erklärte jetzt, es müsse bewiesen werden, dass die Veröffentlichug der Rosbaud-Akte im nationalen britischen Interesse sei.
Features
Paul Rosbaud
Der gelernte Chemiker Paul Rosbaud wurde 1896 in Graz geboren. Er starb 1963 in London. 1938 schickte der Steirer seine jüdische Frau Hilde und seine Tochter nach Großbritannien, um die beiden auf diese Art vor der Verfolgung - und vor dem Tod - durch die Nazis zu schützen.
Fakten
Paul Rosbaud selbst blieb dagegen im "Deutschen Reich", um hier das nationalsozialistische (NS) Regime zu unterminieren.
Paul Rosbaud half zudem einer Reihe von Familien zur Flucht aus Deutschland, darunter der bekannten jüdischen Physikerin Lise Meitner.














-Anzeigen