Unsaubere Tricks bei Putzfirma
Reinigungskräfte als Schwarzarbeiter enttarnt. Sie wurden im Schutz der Dunkelheit von Wien nach Kärnten transportiert. Dort mussten sie Schulen und Hotel putzen.

Foto © APA (Symbolbild)Bei einer Razzia wurden Reinigungskräfte als Schwarzarbeiter entpuppt
Eine Wiener Reinigungs-Firma hat in Kärnten mit unsauberen Methoden gearbeitet. Bei einer Razzia der KIAB des Finanzamtes Spittal-Villach (Kontrolleinheit zur Bekämpfung von illegaler Beschäftigung) entpuppten sich die Reinigungskräfte als Schwarzarbeiter. "Von den 30 Personen waren nur sieben beim Versicherungsträger gemeldet. Drei davon geringfügig, obwohl sie einer Vollbeschäftigung nachgingen", sagt Pressesprecherin Jolanda Feinig. Ein Teil der illegal Beschäftigten kassierte sogar Arbeitslosengeld.
Falsche Papiere.
Das verdächtige Reinigungsunternehmen war in drei Kärntner Schulen und in einem Veldener Hotel mit Putzarbeiten beauftragt. Die vorwiegend aus Ex-Jugoslawien stammenden Arbeiter wurden teils mit falschen Papieren und meist ohne Sozialversicherung zum Putzen geschickt. Die arbeitenden Männer und Frauen versuchten während der nächtlichen Razzia zu fliehen.
"Nach Kärnten gekarrt".
Erst mit Unterstützung der Polizei konnten sie gestellt werden. "Die Arbeiter wurden in Personaltransporten von Wien nach Klagenfurt gekarrt. Dort mussten sie zu fünft in einem Zimmer schlafen und in Nachtschichten putzen. Die Fahrten erfolgten im Schutz der Dunkelheit", so Feinig. Während der Lohn der Arbeiter mit 6 Euro pro Stunde als karg zu bezeichnen ist, verdienten die Hintermänner fürstlich. Von Mai bis Juni verrechnete die als Subunternehmen fungierende Reinigungs-Gesellschaft 270.000 Euro an ihre Auftraggeberin, eine europaweite Firma.
Verfahren.
Gegen die "Bosse", wie die Schwarzarbeiter ihre Chefs nannten, wird nun ein Verfahren eingeleitet.










