Kärnten rüstet sich gegen Mais-Monster
Kärnten als Insel der Seligen: Der Maiswurzelbohrer ist fast überall, nur (noch) nicht bei uns.

Foto © AP/SymbolfotoKärnten ist umzingelt von Gebieten in denen der Schädling bereits aktiv ist
Klein, aber unfein! So stellt sich der Maiswurzelbohrer das Paradies vor: Maiskörner, Maisblätter und Maisnarbenfäden (wichtig für die Befruchtung der Kolben) fressen. Bis zu 1000 Eier in die obere Bodenschicht legen, die praktisch alle den Winter überleben, zu Larven werden und sich im nächsten Jahr über Maiswurzeln hermachen, weil sie sonst verhungern. Die Käfer erfrieren übrigens im Winter.
"Schlimmster Schädling". Weltweit richten die vier bis sieben Millimeter großen Tiere mit dem charakteristisch gelben Flügelrand Milliardenschäden an. Auch für den Pflanzenexperten Markus Tschitschej von der Landwirtschaftskammer ist der "Westliche Maiswurzelbohrer", der Ende der 80er-Jahre aus den USA über Jugoslawien nach Europa kam, "der schlimmste Mais-Schädling, den es gibt" - und damit eine Bedrohung für die wirtschaftlich wichtigen 23.000 Hektar Maisacker in Kärnten.
"Frage der Zeit". Steiermark, Slowenien, Friaul - Kärnten ist halb umzingelt von Gebieten mit dem Schädling. Hier tauchte er noch nicht auf, "aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das ändert", weiß Tschitschej. Kärnten ist gerüstet: "An exponierten Stellen haben wir Duftfallen aufgestellt" - an den Grenzübergängen zu Slowenien, im ganzen Lavanttal, aber auch am Bahnhof Fürnitz, am Flughafen und an anderen Orten, bei denen der Käfer per Flugzeug oder Güterverkehr versehentlich "importiert" werden könnte. Außerdem gibt es - für die Schädlinge schädliche - Beize, mit der alle Maissaatkörner umhüllt werden können. Am sichersten ist ein Bio-Trick: Drei Jahre keinen Mais pflanzen - und selbst das zäheste Käfer-Ei hat für immer ausgebohrt!











