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    Zuletzt aktualisiert: 08.09.2007 um 19:43 Uhr

    Besucher zufrieden: "Papst kommt ja nur einmal zu uns"

    Keine Euphorie, aber Zufriedenheit herrschte nach dem Besuch des Papstes in Mariazell bei Pilgern aus Bruck.

    Foto © AP

    Johann Recher war, so die kompetente Aussage seines Schwiegersohns, die letzten zwei Wochen kaum ansprechbar. Kein Wunder, durfte der 79-jährige Brucker doch gestern Papst Benedikt eine Votivkerze überreichen. "Aufgeregt war ich schon", gestand er - aber gefreut hat er sich auch: "Der Heilige Vater hat sich bei mir bedankt, dass ich seit mehr als zwei Jahrzehnten die jährliche Fußwallfahrt unseres Pfarrverbands organisiere", erzählte Recher.

    Die Wetter-Frage. Kaum ansprechbar waren gestern zunächst auch die anderen Pilger aus Bruck an der Mur und Umgebung, die sich um halb vier Uhr Früh im Autobus auf dem Weg nach Mariazell machten. Die Müdigkeit löste sich erst, als bei der Auffahrt auf den Seeberg - wie es sich für Pilger gehört - gesungen und gebetet wurde. Das Gebet dürfte bei vielen die Bitte um gute Witterung eingeschlossen haben. War doch das Wetter der Gesprächsstoff schlechthin bei der Anfahrt. Doch Petrus rührten die Gebete nicht: Begann es doch just auf dem Seeberg stärker zu regnen. Völlig unterschiedlich waren die Erwartungen der Brucker Pilger. "Ich war bei der Anmeldung noch hochmotiviert", sagte eine Teilnehmerin. Das habe sich aber mittlerweile geändert. Die jüngsten Aussagen des Papstes über die evangelische Kirche hätten diese Motivation wieder zunichte gemacht.

    "Der Papst kommt ja nur einmal". Durchaus motiviert waren Marlene Thurner und Waldemar Hiebler. Beide waren als Jugendbeauftragte des Dekanats Bruck auf dem Weg nach Mariazell. Und beiden war es ein Anliegen, mitzufahren. Marlene hoffte auch auf eine gute Stimmung, auf das Gemeinschaftserlebnis. Ordensfrau Romana Miklautsch von den Kreuzschwestern wollte ursprünglich nur zur Vesper nach Mariazell fahren. "Aber dann habe ich mir gesagt, der Papst kommt ja nur einmal in unser Dekanat." Auch fühle sie sich als Teil der katholischen Kirche und schon aus dieser Verbundenheit heraus habe sie sich auf den Weg gemacht.

    Zufriedenheit. Das frühe Aufstehen, der Regen und die Kälte setzten den Brucker Pilgern zu und so hielten bei der Heimfahrt viele ein Nickerchen. Euphorie war keine zu spüren, Zufriedenheit schon. Papst Johannes Paul II. habe die Herzen der Gläubigen stärker berührt als sein Nachfolger, lautete der Tenor. "Aber wahrscheinlich müssen wir die Eindrücke dieses Tages erst verarbeiten", meinte Norbert Krausler vom Brucker Pfarrgemeinderat. Der elfjährige Fabian Auerböck hat diese Eindrücke schon verarbeitet. Auf die Frage, ob ihm der Tag gefallen habe, antwortet er wie aus der Pistole geschossen: "Ja." Und was? "Alles."

    ULF TOMASCHEK

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