Raucher: Kreditkarte bleibt im Automaten
Vergesslichkeit kann teuer werden: Viele Raucher lassen ihre Bankomat- oder Kreditkarte im Zigarettenautomaten einfach stecken.

Foto © APA
Bis zu sechs Karten am Tag habe ich am Anfang täglich aus meinen zwei Automaten geholt", erzählt der Tabaktrafikant am Grazer Griesplatz. "Von der Dunkelziffer gar nicht zu reden. Die Leute haben einfach keine Zeit mehr. Jeder hastet dahin, schaut halt nicht - und lasst seine Bankomatkarte einfach stecken."
Zweimal pro Woche.
In der Zwischenzeit hat sich die Frequenz der Kartenverluste bei seinen Zigarettenautomaten auf zwei pro Woche reduziert. "Das bleibt leider wirklich nicht aus", bestätigt Kurt Siegl, Chef von Simatronics Austria - laut Eigenwerbung "die Nr. 1 für Zigarettenautomaten in Österreich" - die Zerstreutheit vieler Raucher. "Zwar scheint überall (verzögert) die Aufforderung ,Karte entnehmen' auf, aber die meisten lesen gar nicht, was da steht." Er schätzt, dass drei bis fünf Prozent der Karten steiermarkweit vergessen werden. Oft genug erzählen ihm die Trafikanten: "Ich hab schon wieder ein Packl Karten."
Minus 25 Prozent.
Von solchen Verlusten weiß Alois Kögl, Gremialobmann der steirischen Tabaktrafikanten, nur wenig zu berichten. Er hat andere Sorgen: "Schlecht hat sich die Einführung der Alterskontrolle bei Zigarettenautomaten seit 1. Jänner für uns ausgewirkt", schimpft er: eine Fehlinvestition. "Der Umsatz ist steil zurückgegangen und hat sich auf ein Minus von etwa 25 Prozent eingependelt", berichtet der Murecker. "Bei uns im Grenzland kaufen die Leut' gar nichts mehr. Die billigen slowenischen Zigaretten nehmen das Geschäft weg. Dort fragt auch keiner nach dem Alter."
Unzufrieden.
Auch wenn die Trafikanten unzufrieden sind, das Geschäft mit dem bargeldlosen Zahlen in Österreich boomt enorm: 7,000.283 Maestro-Bankomatkarten gibt es hierzulande aktuell und rund 2,3 Millionen Kreditkarten, berichtet Europay.











