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Zuletzt aktualisiert: 23.08.2007 um 22:38 Uhr

Seltene Tierkrankheit bei Kühen auf Vorarlberger Alpe ausgebrochen

Bereits 14 Tiere mussten wegen dieser ansteckenden Euterentzündung getötet werden. Es besteht keine Gefahr für den Menschen.

Foto © APA

Auf einer Alpe im hinteren Bregenzerwald ist eine seltene Tierkrankheit ausgebrochen. Es handle sich um eine ansteckende Euterentzündung bei Kühen, bestätigte der Norbert Greber, stellvertretender Vorarlberger Landesveterinär, einen Bericht von ORF Radio Vorarlberg. Insgesamt 14 der Tiere, die sich ursprünglich auf der Alpe befanden, mussten laut Greber bereits getötet werden. Wie viele der nunmehr 92 Kühe sich infizierten, steht noch nicht fest. Aufschluss soll eine für Anfang der Woche erwartete Auswertung von Gewebeproben geben. Gefahr für den Menschen bestehe nicht, so Greber.

Erreger. Bei dem Erreger, Mykoplasma bovis, handelt es sich laut Greber um kleine Bakterien. Ihr Auftreten in Vorarlberg ist erst der zweite Fall in Österreich. Da diese Erreger über keine Zellwand verfügten, sei eine Therapie mit Antibiotika kaum wirksam, so Greber. Die Bakterien bedrohten zwar nicht das Leben der Kühe, bewirkten aber, dass sie als Milchkühe nicht mehr nutzbar seien. Daher und weil die betroffenen Kühe ein Ansteckungsrisiko für den Restbestand darstellten, empfehle man seitens des Landes, die infizierten Kühe zu töten. Elf Kühe wurden am Donnerstag getötet, drei weitere bereits in den vergangenen Tagen. Laut Greber ist es nicht möglich, eine Zwangstötung anzuordnen, da es sich nicht um eine Tierseuche handelt.

Entschädigung. Dennoch müsse man aus den genannten Grünen "relativ heftig durchgreifen", betonte Greber. Für die betroffenen Landwirte werde es eine Entschädigung aus dem Tiergesundheitsfonds geben, erklärte der Veterinär. Ihnen werde empfohlen, die Kühe auf der Alpe zu lassen, um durch Isolation erkrankter Tiere eine weitere Verbreitung zu verhindern. Wie die Mykoplasmen auf die Alpe kommen konnten, sei im Nachhinein schwer nachzuvollziehen. Wahrscheinlich sei eine Kuh ein latenter Träger gewesen. Durch Stressbelastung auf der Alpe könnte die Krankheit akut geworden sein, so könnten weitere Kühe angesteckt worden sein, vermutete Greber.


Fakten

Innerhalb eines Betriebes wird M. bovis über die Luft, die Milch mastitiskranker Kühe und über infizierte Samen übertragen. Häufig stehen Lungenentzün-
dungen
bei Kälbern in einem zeitlichen Zusammenhang mit Euterentzündungen durch M. bovis.

Foto

Foto © AP

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Fakten

Das Auftreten von Mykoplasma bovis in Vorarlberg ist erst der zweite Fall in Österreich.

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