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    Zuletzt aktualisiert: 19.08.2007 um 05:00 Uhr

    Proteste nach Annonce dreier Krebsforscher

    Fröhliche Chemo-Therapie beim luxuriösen Abendessen: Spendensuche versetzt Betroffene und Patientenanwälte in helle Empörung.

    Eine der umstrittenen Annoncen

    Foto © www.initiative-krebsforschung.atEine der umstrittenen Annoncen

    So in Rage hat man den Kärntner Patientenanwalt Erwin Kalbhenn noch nie erlebt: "Ich bin empört! Diese Anzeige ist ein Schlag ins Gesicht aller Krebspatienten. Denn deren Schicksal sieht weiß Gott leider anders aus. Das ist widerwärtig." Grund der Aufregung ist ein annoncenartiger Spendenaufruf der Initiative Krebsforschung, der in überregionalen Zeitungen erschienen ist. Darin sitzen zwei Schickimicki-Paare an einem luxuriös gedeckten Tisch beim Abendessen. In Bezug auf die Überschrift "Jede(r) Vierte erkrankt an Krebs" dreht sich eine Frau lachend zu einer Infusionsflasche, die am Ständer neben ihr hängt, und hantiert am Dosierrad. Die fröhliche Frau erhält also gerade eine Chemo-Therapie, so die nahe liegende Assoziation.

    Gedeck für Toten? Im Vordergrund ist ein leerer Platz mit ausgelegtem Besteck, aber ohne Teller. Diesen Aspekt interpretiert Monika Maier, Sprecherin der Kärntner Selbsthilfegruppen, so: "Wer da sitzen soll, der ist wohl schon gestorben. Das Ganze ist so makaber. Ich bin entsetzt!" Sie habe oft miterlebt, wie sich Frauen bei der Chemo-Therapie gefühlt haben: "In dieser zynischen Anzeige werden sie nicht ernst genommen." Maier und Kalbhenn sind nicht allein mit ihrer Ablehnung. Ausgehend von ihrer Kritik haben sich inzwischen mehrere Patientenanwälte, Selbsthilfegruppen und Senioren in ganz Österreich diesem Protest angechlossen.

    Gedeck für Toten? Kalbhenn ist erstaunt, dass sich drei renommierte Professoren der Universität Wien für diese Anzeige hergeben. "Wenn sie nicht wussten, welches Sujet genommen wird, erwarte ich jedenfalls eine Klarstellung." Daraus wird wohl nichts werden. Michael Micksche gehört zu den drei Medizin-Professoren, die die Initiative Krebsforschung begründet haben: "Die Anzeige soll Aufmerksamkeit für das Problem wecken und zeigen, dass Krebs auch junge Menschen aus dem Leben reißen kann. Zugleich soll deutlich werden, dass man mit der Krankheit leben kann und es Möglichkeiten gibt, ohne Leiden gesund zu werden." Falls die Annonce jemanden beleidigt habe, so war das nicht beabsichtigt. Und: "Jeder kann dieses Foto interpretieren, wie er will." Dass Problembewusstsein für Krebskranke und Krebsforschung geweckt wird, finden auch die Kritiker der Anzeige gut und richtig. Doch es gibt noch eine weitere Kritik. "Hier werden überzogene Hoffnungen geweckt", kritisiert Monika Maier, "und das bei Menschen, die sich an jeden Strohhalm klammern." So wirke die viel gepriesene Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nur bei zwei von acht Stämmen.

    JOCHEN BENDELE

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