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    Zuletzt aktualisiert: 17.08.2007 um 13:50 Uhr

    Staatsanwalt: Geld der 'Ndrangheta in Österreichs Banken

    Clans investieren Geld des Drogenhandels in Osteuropa.

    Foto ©

    Die 'Ndrangheta, der kalabrische Arm der Mafia, der für den Sechsfach-Mord in Duisburg verantwortlich gemacht wird, soll lange vom österreichischen Bankensystem profitiert haben. "Österreich hat Jahrzehnte lang die enormen Gewinne der Mafia in seinen Banken geschützt", behauptete der Staatsanwalt der kalabresischen Stadt Reggio Calabria, Nicola Gratteri, in seinem neu erschienenen Buch über die Mafia in Kalabrien "Fratelli di sangue" (Blutbrüder). Die 'Ndrangheta-Clans hätten die Gewinne des Suchtgifthandels massiv in Osteuropa investiert - vor allem in Ungarn, Polen, Rumänien und Russland, so der Staatsanwalt.

    Clan-Boss. Auch in der Schweiz habe die 'Ndrangheta ausgedehnte Interessen. "Viele kalabresische Clans wie die Familie Mazzaferro und Di Giovine haben in der Schweiz Waffen aller Arten gekauft. Der Clan des Bosses Giuseppe Naimo di Badolato kaufte in der Schweiz Waffen gegen Drogen", berichtete der Staatsanwalt. In Großbritannien sollen die Familien der 'Ndrangheta einen florierenden Handel mit Drogen aus der Türkei und Pakistan aufgebaut haben, heißt es im Buch. In den vergangenen zehn Jahren haben die Mafiosi beim Drogenhandel verstärkt auf Spanien und Portugal gesetzt. "Schon 1992 hatten die spanischen Behörden die Sorge geäußert, dass Spanien zum Kokainlager für ganz Europa werden könnte", berichtete Gratteri. Im Jahr 2004 war in Spanien der kalabresische Mafia-Boss Alessandro Pannunzi festgenommen worden, der als Zar des internationalen Drogenhandels gilt.

    International. Laut den Ermittlern war Pannunzi für den Drogenhandel zwischen Kolumbien und Italien verantwortlich. Er hatte enge Beziehungen zu internationalen Mafia-Organisationen geknüpft. Vor allem mit der türkischen Mafia waren die Beziehungen eng. Inoffiziellen Angaben italienischer Ermittler zufolge stehen etwa 7.000 Mann im Dienst der 'Ndrangheta, unterteilt in etwa 100 Familienclans. Die traditionell mächtigsten Familien stammen noch immer aus der Hochburg San Luca. Im 4.000-Seelen-Dorf an den Hängen der Apenninen-Kette Aspromonte wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Polizei durchsuchte die Gegend nach illegalen Waffen. Ziel der Aktionen ist es, Racheaktionen für das Blutbad in Duisburg vorzubeugen.


    Die Mafia-Hochburgen

    Grafik © APA / Kleine Zeitung

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