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Zuletzt aktualisiert: 11.01.2008 um 13:03 Uhr

Sexualstrafrecht: Täterdatei und Berufsverbot kommt

Justizministerin Berger und Innenminister Platter bekennen sich zu einer Einrichtung einer Täterdatei ebenso wie zu Berufsverboten und möglichen Strafverschärfungen.

Justizministerin Maria Berger

Foto © APAJustizministerin Maria Berger

Justizministerin Maria Berger (S) und Innenminister Günther Platter (V) sind sich in der Ministerratssitzung am Freitag bezüglich der geplanten Sexualstraftäterdatei doch noch näher gekommen. Sie haben gemeinsam eine Punktation formuliert, in der eine Grundsatzeinigung zu den strittigen Punkten enthalten ist. Darin bekennen sie sich zu einer Einrichtung einer Täterdatei ebenso wie zu Berufsverboten und möglichen Strafverschärfungen. Ein konkreter Gesetzesbeschluss wird für 23. Jänner angepeilt.

Traurige Statistik

Seit 2001 wurden in Österreich 24.390 Sexualdelikte zur Anzeige gebracht, im ersten Halbjahr 2007 waren es 2.930. 75 Prozent der Straftäter stammen aus Österreich, der Rest aus den Ausland.

Berufsverbot. In der Punktation heißt es, im Strafgesetzbuch soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass das Gericht ein Berufsverbot ausspricht, "also einem Sexualstraftäter wegen eines drohenden Gelegenheitsverhältnisses die Ausübung einer konkreten Beschäftigung untersagt". Unter bestimmten Voraussetzungen insbesondere im Hinblick auf besonders schwere Delikte soll das Gericht sogar verpflichtet werden, ein solches Berufsverbot zu verhängen. Das Gericht soll weiters über die Verlängerung der Tilgungsfrist und über die Ausweitung des Kreises von Einrichtungen, die aus dem Strafregister wegen einer Sexualstraftat Auskunft erhalten, entscheiden. Bei besonderer Gefährlichkeit ist die Verlängerung der Tilgungsfrist verpflichtend, heißt es in dem Papier.

Strafen. In einem dritten Punkt der Punktation bekennen sich die Minister zu einer möglichen Verschärfung der Strafen, soweit eine derzeit laufende Evaluierung ergibt, dass die derzeit ausgesprochenen Strafen dem "kriminellen Unrecht" nicht vollauf gerecht würden.


Sexualstraftäterdatei

Der Gesetzesbeschluss für die im Regierungsprogramm angekündigte Sexualstraf-
täterdatei soll bis Ende Jänner geplant sein. Wegen Vergewaltigung, Zuhälterei, Kindesmissbrauch oder Kinderpornografie rechts-
kräftig Verurteilte sollen in der Datenbank mit Name Aufenthaltsort und Geburtsdatum erfasst werden,so die Idee von Innenminister Günther Platter.

Foto

Foto © APA

In der Datei wird auch die DNA gespeichertFoto © APA

Die Opfer

Opfer sind vor allem Frauen und Kinder. In einem Jahr sind im Durchschnitt 76 Kinder unter sechs Jahren sowie 614 unter 14-Jährige von Sexualstraftaten betroffen. Seit 2001 gab es 1.655 Anzeigen im Bereich Kinderpornografie. Im vergangen Jahr wurden 240 Fälle von der Exekutive aufgenommen, in diesem Jahr gab es bereits 347 Anzeigen.

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Bild vergrößernInnenminister Günther PlatterFoto © AP

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