Aus Rache: Ex-Frau auf Sex-Seite bloßgestellt
37-Jähriger wurde gestern am Landesgericht Klagenfurt zu bedingter Haftstrafe verurteilt.

Foto © APA/Symbolfoto"Wenn Sie Ihre Ex nicht in Ruhe lassen, gehen Sie sitzen," sagte der Richter nach dem Urteil.
Es gibt Momente, die unvergessen bleiben. Momente wie diesen: Eine Pflegehelferin wurde zu ihrer Vorgesetzten zitiert. "Was soll das?", fragte die Oberschwester in scharfem Ton und deutete auf den Computer. Der jungen Frau verschlug es die Sprache. Da war ein Foto von ihr im Internet. Darunter stand: Ruf mich an, ich mach´s dir gratis. "Das war ein Albtraum", sagt die 28-Jährige bei einem Prozess am Landesgericht Klagenfurt. Irgendwer hatte sie im Internet als sexhungrige Superfrau angepriesen. Wer? Das fand die Polizei bald heraus. Ihr Ex-Mann. "Er hatte sogar meine Telefonnummer veröffentlicht", erklärt die Klagenfurterin. 100 Personen hätten sie daraufhin kontaktiert. Sie alle wollten die Frau kennen lernen, die im weltweiten Netz nach lüsternen Männer angelt und kein Geheimnis aus ihren Vorlieben macht.
Vergeltung. "Das ist eine sehr perfide Art, jemanden zu verletzten", ist Richter Christian Liebhauser Karl empört. "Warum haben Sie Ihre Ex-Frau so diskriminiert?", fragt er den Angeklagten (37). Die Antwort: "Ich wollte sie verletzten, weil sie mich verletzt hat."
"Scheidung nie verkraftet". Schon vor zwei Jahren haben sich die Eltern zweier Kinder getrennt. "Doch er hat die Scheidung nie verkraftet", weiß der Verteidiger. Der Beschuldigte sagt: "Ich habe ein Alkoholproblem." Als er sich im März dieses Jahres wieder einmal über die Verflossene und das Besuchsrecht ärgerte, rüstete er zum Rachefeldzug. Er vermarktete die Ex mittels Sex. Und damit es so richtig peinlich wird, schickte er die Internetseite ins Krankenhaus, in dem die Frau beschäftigt war. Motto: Man solle sich solcher Mitarbeiter schämen.
Acht Monate bedingt. "Beharrliche Verfolgung", nennt das der Staatsanwalt "Stalking" heißt der passende Paragraf dazu. Acht Monate bedingte Haft, urteilt der Richter. Und warnt den Angeklagten: "Wenn Sie Ihre Ex nicht in Ruhe lassen, gehen Sie sitzen."










