Grazer Tagung zum Nürnberger Ärzteprozess
"Kontinuität und Bruch in der Medizingeschichte" werden am 11. September thematisiert.
Ethik. Grausam waren die medizinischen Experimente, die
Ärzte in der Zeit des NS-Regimes an Patienten in
Konzentrationslagern, in Krankenhäusern und Heilanstalten
durchführten. 60 Jahre nach dem Ende des Nürnberger Ärzteprozesses,
in dem 23 der Täter vor Gericht standen, beschäftigt sich im
September eine Tagung in Graz mit den Konsequenzen für die
medizinische Ethik nach 1945 aber auch mit der Frage, wie sich die
Karrieren der damals in das NS-System verstrickten österreichischen
Ärzte weiterentwickelten.
Zum Tod verurteilt. Am 20. August vor 60 Jahren wurde in Nürnberg die Urteile gegen
jene 23 Personen verkündet, die angeklagt waren, an ihren Patienten
Unterdruck- und Unterkühlversuche, Meerwasser- und Fleckfiebertests
und andere Experimente durchgeführt zu haben. In 16 Fällen lautete
das Urteil auf schuldig: Sieben Angeklagte wurden zum Tod verurteilt,
die restlichen erhielten Strafen von zehn Jahren bis lebenslängliche
Haft.
Missbildungen. In Dachau, Buchenwald, Auschwitz und anderen Konzentrationslagern
wurden im Dritten Reich Häftlinge mit Malaria, Hepatitis, Typhus und
weiteren tödlichen Krankheitserregern infiziert. Man ließ die Opfer
aber auch in Erstickungs- und Erfrierungsversuchen absichtlich
sterben, um die Ausdauer in großen Höhen und die Behandlung von
Erfrierungserscheinungen zu erforschen. Nicht zuletzt wurden im so
genannten "Euthanasie"-Programm psychisch Kranke und Kinder mit
Missbildungen systematisch umgebracht.
Features
Tagung
"60 Jahre Nürnberger Ärzteprozess: Kontinuität und Bruch in der Medizingeschichte", Dienstag, 11. September 2007, 16.00 - 21.00 Uhr, Stadtmuseum Graz, Sackstraße 18, 8010 Graz.











