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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2007 um 18:51 Uhr

Hitler liebte auch Musik von jüdischen Künstlern

Teile der Schallplattensammlung aus dem Führerhauptquartier sind in Moskau aufgetaucht. Einige Überraschungen finden sich darunter.

Nazi-Diktator Adolf Hitler hörte nicht nur Richard Wagner, sondern auch jüdische Interpreten und russische Musik. Das zeigt nach Angaben des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine Sammlung von Schellack-Scheiben, die der Sowjet-Offizier Lew Besymenski im Mai 1945 aus dem Berliner Führerhauptquartier mit in seine Heimat nahm. Jetzt wurden die Platten unweit von Moskau wiederentdeckt.

Musik, die große Leidenschaft. Hitlers Leidenschaft war, neben Malerei und Architektur, auch die Musik. Um Beethoven oder Wagner zu hören, Liszt oder Brahms, hatte er in seiner Wiener Zeit häufig die Oper besucht. Für ihn schien allein deutsche Musik zu zählen. In Besymenskis Sammlung aber befinden sich verblüffenderweise Werke von Komponisten, deren Völker die Nazis zu den "Untermenschen" zählten, darunter russische Komponisten wie Peter Tschaikowsky, Alexander Borodin und Sergej Rachmaninow. Ein anderes Album enthält ausschließlich Tschaikowsky-Werke mit dem Stargeiger Bronislaw Huberman, einem polnischen Juden, als Solisten.

Überraschte Experten. Besymenski, selbst Jude, hat sich gewundert, wie viele berühmte russische Namen er auf den Bunker-Schallplatten entdeckte. "Es waren Aufzeichnungen klassischer Musik, aufgeführt von den besten Orchestern Europas und Deutschlands mit den besten Solisten jener Zeit ... Es hat mich überrascht, dass auch russische Musik dabei war", schrieb der Historiker, als er sich vor drei Jahren auf Drängen seiner Tochter an den Schreibtisch setzte, um für die Nachwelt handschriftlich festzuhalten, wie er an die Sammlung kam.


Fakten

Über den Fund der Hitler'schen Plattensammlung berichteten unter anderem auch israelische Medien und die spanische Zeitung "El Mundo".

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Foto © AP

Adolf HitlerFoto © AP

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Die Plattensammlung, die sich vermutlich in den Luftschutzräumen unterhalb der Neuen Reichskanzlei befand, weist als Interpreten auch den österreichischen Juden Artur Schnabel aus.

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