Orientierungsprobleme sollen ein Ende haben
Bis 2008 wird der Drauradweg neu beschildert. Ein Pilotprojekt, welches in ganz Kärnten Schule machen könnte. Erstmals reagiert man damit auf alte Forderungen vieler Radfahrer.

Foto © StöflinAuf die Forderung vieler Radfaherer wird durch die im Jahr 2008 folgende Neubeschilderung des Drauradweges R 1 reagiert
Richard Hunacek liebt sein Fahrrad. Der Villacher hat seinen Teil zu jenen 77 Millionen Kilometern beigetragen, welche die Kärntner - laut einer Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) - im Jahre 2006 auf dem Drahtesel zurückgelegt haben. Seine Lieblingsstrecken kennt er wie seine Westentasche und damit auch ihre Probleme. "Ein großes Defizit ist die Beschilderung. Bei uns stößt man auf kleine Schilder mit so kryptischen Abkürzungen wie R1, R3 oder R10. Selbst Einheimische haben es da schwer", sagt Hunacek.
Drei Fragen an...
Wegweiser. Mit Hilfe von Fördergeldern aus EU-Töpfen und Inspiration aus Osttirol werden die Orientierungsprobleme vieler Radler in Angriff genommen. "Entlang des Drauradweges, von Oberdrauburg bis Lavamünd werden neue Tafeln aufgestellt. Bisher einzigartig - deshalb auch die EU-Förderung - sind 16 große Panoramatafeln mit Luftaufnahmen der umliegenden Region. "Würde man alle 16 Tafeln nebeneinander stellen, man hätte ein Bild des gesamten Drauradweges von Landesgrenze zu Landesgrenze", sagt Verkehrs- und Tourismusreferent Gerhard Dörfler. Zu den Panoramatafeln kommen auch Hinweise auf naheliegende Infrastruktur wie Gasthäuser und neue Richtungstafeln für den Radweg selbst. "Wir arbeiten in diesem Punkt eng mit Osttirol zusammen. Die jetzigen grün-weißen Tafeln sind in der Natur einfach nicht sichtbar genug", sagt Dörfler.
Abgerechnet. Die neuen Tafeln sollen rechtzeitig zum Saisonauftakt 2008 fertiggestellt sein. 400.000 Euro kostet diese Pilotprojekt. Zusätzliche maßnahmen zur Aufwertung des Drauradweges umfassen das Schließen letzter Lücken in der Strecke sowie eine Verbesserung der Zusammenarbeit von Gemeinden und Wirten. Das Obere Drautal dient dabei als Modellregion. Bei positiven Rückmeldungen der Radfahrer, soll das Beispiel Schule machen.
Am letzten Platz. Die Rechnung für die lange Versäumnis dieses infrastrukturellen Aufbaus wurde bereits präsentiert: Bei einer aktuellen Studie des VCÖ über die radlerfreundlichsten Bundesländer gaben von 2800 befragten Radfahrern nur zwei Prozent ihre Stimme dem Land Kärnten. Und damit rollte das südlichste Bundesland auf den wenig ruhmreichen letzten Platz...










