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Zuletzt aktualisiert: 26.07.2007 um 21:26 Uhr

Heiliger Bulle "Shambo" von britischer Polizei abgeholt

Das Tier einer Hindu-Gemeinschaft in Wales hatte Rindertuberkulose. Die Behörden wollten es schlachten, doch die Gläubigen wollten diese Schändung ihres Heiligtums nicht hinnehmen. Jetzt haben sie den Kampf verloren.

Der Bulle wartete in einem extra angefertigten Schrein auf sein Schicksal

Foto © APDer Bulle wartete in einem extra angefertigten Schrein auf sein Schicksal

Dem heiligen Bullen "Shambo" schlug am Donnerstag das letzte Stündlein. Mehr als 20 Polizisten führten das Rind aus einem Hindutempel in Skanda Vale im Westen von Wales ab. Rund 150 Mönche und "Shambo"-Anhänger hatten den ganzen Tag singend und betend in und vor dem Tempel ausgeharrt. Viele positionierten sich als "menschliches Schutzschild", um den Bullen vor dem Schlachter zu bewahren. Die Polizei konnte jedoch die meisten davon überzeugen, dass ihr Kampf um "Shambos" Leben längst verloren war, einige ließen sich aus dem Tempel hinaustragen. Das Rind litt an Tuberkulose, und die walisische Regierung hatte seinen Tod angeordnet.

Fakten

Anwälte sahen in "Shambos" Tötung eine Verletzung der Religions- und Meinungsfreiheit.

Tuberkulose-Attest. Alles begann am 3. Mai, als Tierärzte dem sechs Jahre alten Rind Tuberkulose attestierten. Eine gefährliche Krankheit, die auch für Menschen ansteckend ist. Der Bulle sollte innerhalb weniger Tage geschlachtet werden, um eine Ausbreitung der Tuberkulose zu verhindern. Daraufhin ging ein Schrei der Empörung durch die hinduistische Gemeinde in dem klösterlichen Zentrum, das neben Rindern auch einen Elefanten hält. Im Jahr kommen über 90.000 Pilger dorthin.

Webkamera. Die Mönche taten alles, das Tier zu retten. Eine Webkamera, genannt "Moo-Tube" (Muh-Glotze), wurde installiert. "Shambo" bekam sogar einen eigenen Internet-Blog, und mehr als 20.000 Anhänger auf der ganzen Welt unterzeichneten eine Petition gegen den Tod des Tieres. Überlegt wurde auch, das Rind nach Indien auszufliegen.

Berufung. Erst vergangene Woche glaubten die Mönche, einen grandiosen Sieg errungen zu haben, als das Oberste Gericht in Cardiff "Shambo" von der Schlachtung freisprach. Doch die walisische Regierung legte Berufung ein - und bekam von einem Londoner Gericht Recht. Die Mönche bäumten sich ein letztes Mal auf und wollten bis zum britischen Oberhaus, dem House of Lords, marschieren. Das klappte jedoch nicht.


Live-Berichte

Der Fall "Shambo" hielt sowohl Medien als auch Gerichte seit Mai in Atem. Das Fernsehen berichtete per Live-Schaltung von den letzten Stunden des Bullen.

Heilige Kühe

Auf der ganzen Welt entrüsteten sich Hindus, "Shambos" Tod komme einer "Entweihung" des Tempels gleich. Schließlich gelten Kühe im hinduistischen Glauben als heilig.

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