Attacken des Roten Kreuzes: Jetzt drohen Klagen
Grünes Kreuz und Arbeitersamariterbund sind über die Attacken des Roten Kreuzes sauer und kontern der Kritik.

Foto © APADas Rote Kreuz bekommt bei den Krankentransporten immer mehr Konkurrenz
Er wird spürbar härter, der Kampf um die Patienten in der Steiermark. Nachdem die Kleine Zeitung die Hintergründe des "Krieges" unter den Rettungsorganisationen aufgezeigt hat, geht nun die Konkurrenz gegen den Platzhirschen Rotes Kreuz in die Offensive. Ja, sogar Klagen werden angedroht. Kurt Gennaro, Präsident des Arbeitersamariterbundes (ASB): "Die Aussagen des Roten Kreuzes sind mit Unwahrheiten gespickt, wir prüfen rechtliche Schritte", schimpft der streitbare Ex-SP-Gewerkschafter vor allem in Richtung Rotkreuz-Präsident Werner List, der im Kleine-Interview dem ASB vorgehalten hatte, nur dank des "Sicherheitsnetzes" Rotes Kreuz seine Tätigkeit überhaupt ausführen zu können.
Unzureichender Ausbildungsstand. Auch beim "Verein Grünes Kreuz Steiermark", der im Bezirk Deutschlandsberg ähnlich stark wie das Rote Kreuz vertreten ist, versteht man die Welt nicht mehr: "An sich arbeiten wir an der Basis ja gut zusammen", betont Obmann Gerhard Prall. Helmut Danninger, Betreiber der Ortsstelle Preding: "Ich lasse mir nicht sagen, dass wir um 16 Uhr zusperren, wenn genau das Gegenteil der Fall ist. Der Herr Jaklitsch (Rotkreuz-Geschäftsführer, Anm.) wird von meinem Rechtsanwalt hören."
Empörung. Dieser hatte sich besonders auf den angeblich unzureichenden Ausbildungsstand der Mitarbeiter der Konkurrenten eingeschossen, was diese allesamt empört zurückweisen. "Wir haben mittlerweile unsere eigene Rettungsschule, erfüllen heute schon alle Kriterien zur Anerkennung als Rettungsorganisation", sagt Prall.
Offene Leitstelle. Vom neuen Rettungsdienstgesetz, das noch im Herbst beschlossen werden soll, erwarten sich die Mitbewerber "Gleichstellung". "Es kann nur besser werden, das jetzige Gesetz ist völlig auf das Rote Kreuz zugeschnitten", sagt Prall. Die Ziele: eine offene Landesleitstelle, die alle Organisationen gleichermaßen bedient. Und obwohl keiner der Konkurrenten "dem Roten Kreuz Tipps geben" will, macht Peter Scherling vom ASB Graz doch klar: "Wir arbeiten billiger, weil wir nicht so einen großen Wasserkopf haben. Und sind trotzdem rund um die Uhr für die Menschen da", so der geschäftsführende Präsident.
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