Bombenattrape: Polizei sucht nach Zeugen
Vor dem Parlament wurde Samstagfrüh eine Rohrbombe gefunden. Nach einer kurzen Untersuchung gab die Polizei Entwarnung: Es handelte sich um eine Attrappe. Noch fehlt jede Spur von den Tätern.

Foto © APAFund vor dem Parlament
Eine Bombenattrappe vor dem Hohen Haus hat am
Wochenende die Wiener Polizei in Alarmbereitschaft versetzt: Ein
Unbekannter hatte die Konstruktion direkt auf die zweite Stufe bei
der Parlamentsrampe gelegt, wo sie Samstag gegen 6.45 Uhr von einem
Mitarbeiter entdeckt wurde. Trotz Videoüberwachung fehlte von dem
oder den Urhebern am Sonntag noch jede Spur. Ein beigelegtes
Bekennerschreiben ließ zudem keine politische Zuordnung zu.
Attrappe.
Bei der Attrappe handelt es sich um zwei etwa 20 Zentimeter große
Rohre in U-Form, die mit Kabeln und Drähten umwickelt waren. Daran
angebracht waren zwei Batterieblöcke. Darüber, ob es sich wirklich um
eine quasi fix fertige Bombe, bei der nur der Sprengstoff fehlte oder
um eine rein optisch auf Sprengsatz getrimmte Attrappe handelte,
gingen die Auffassungen zunächst auseinander. "Oberflächlich
betrachtet war die Apparatur gefährlich", hieß es dazu am
Sonntagnachmittag beim Landesamt für Verfassungsschutz und
Terrorismusbekämpfung (LVT). Die Vorrichtung werde noch genauer
untersucht, bevor eine endgültige Beurteilung vorgenommen werde.
Unter die Lupe nahmen die Ermittler vor allem ein elektronisches
Bauteil, das möglicherweise zur Zündung verwendet hätte werden
können. Am Sonntag wurde die Vorrichtung zudem auf Fingerabdrücke und
DNA-Spuren gecheckt.
Bekennerschreiben.
Neben der Attrappe wurde ein auf zwei A4-Seiten gedrucktes
Bekennerschreiben gefunden. Darin tat der Verfasser seiner
"Unzufriedenheit mit der derzeitigen Politik und Gesellschaft" kund,
so die Polizei in einer Aussendung. Insbesondere werde der Umgang mit
den Themen Gerechtigkeit, Moral, Zukunftssicherung, Klima- und
Umweltschutz sowie Erziehungsfragen kritisiert. Der oder die Urheber
forderten in dem Schreiben eine offene Diskussion zu diesen
Sachgebieten.
Harmloser Hintergrund.
Dabei wurde ausdrücklich betont, dass die Aktion einen harmlosen
Hintergrund habe: Laut Polizei geht aus dem Schreiben hervor, dass
mit der Attrappe lediglich Aufmerksamkeit erregt werden sollte. Es
sei nicht beabsichtigt, jemandem Schaden zuzufügen oder etwas zu
zerstören. Getippt wurde es auf einem Computer, sagte LVT-Sprecherin
Doris Edelbacher zur APA.
Zusätzliche Kontrollen.
Von Seiten des Hohen Hauses gab es zunächst keine Stellungnahme.
Der Pressesprecher des Parlaments, Gottfried Marckhgott, verwies auf
Anfrage der APA am Sonntag darauf, dass die Ermittlungen direkt im
Innenministerium liefen. Seit dem Fund der Bombenattrappe gebe es
jedenfalls zusätzliche Kontrollen rund um das Parlamentsgebäude. Auch
die Polizei verstärkte ihre Streifentätigkeit.
Konsewuenzen.
Laut Marckhgott soll morgen, Montag, über Konsequenzen aus dem
Vorfall beraten werden. "Vielleicht müssen wir das Sicherheitsnetz
noch dichter machen", so der Parlamentssprecher.
Features
Fakten
Die Bombenattrappe wurde Samstagfrüh vor dem Parlament in Wien gefunden.In einem Bekennerschreiben wurden Missstände in der österreichischen Politik angeprangert.
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Foto © APA
Hinweise
Die Exekutive ersuchte die Bevölkerung um Hinweise. Diese sind an das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung unter der Wiener Telefon-Nummer 01/31310 DW 74033 oder DW 74035 zu richten.











